Kurschilgen gegen DSV
Ex-Sportdirektor wehrt sich gegen Kündigung

Knapp ein Jahr nach der Trennung des DSV von seinem Sportdirektor Thomas Kurschilgen geht die Auseinandersetzung in die nächste Runde. Vor Gericht soll nun geklärt werden, ob die Kündigung rechtmäßig war.

Jo Kleindl Der ehemalige Sportdirektor des DSV geht gerichtlich gegen den Verband vor.

Im Frühjahr 2021 trennte sich der Deutsche Schwimm-Verband von seinem Sportdirektor Thomas Kurschilgen, Gründe für die Entlassung gab es damals nicht. Knapp ein Jahr später geht der ehemalige Funktionär juristisch gegen den Verband vor.

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Eine außergerichtliche Einigung zwischen dem DSV und seinem ehemaligen Sportdirektor kam nicht zustande, das Angebot des Verbands, vertreten durch Vizepräsident Wolfgang Rupieper, lehnte Kurschilgen ab. “Mein Ruf muss wieder hergestellt werden”, sagte er laut der Süddeutschen Zeitung und der Tagesschau. “Dafür benötige ich ein Urteil.” Eine öffentliche Entschuldigung lehnte der DSV ab, genauso wie den Vorschlag, Kurschilgen bis zum Ende seiner Vertragslaufzeit 2024 volle Bezüge zu zahlen. Die Summe würde sich auf 500.000 Euro belaufen. Bei der Verhandlung in Kassel ging es darum, ob die Kündigung des ehemaligen Sportdirektors rechtmäßig war.

Gründe für die Entlassung erstmals öffentlich

In der rund 90-minütigen Verhandlung wurden aus den verlesenen Akten erstmals die Gründe für die Trennung der beiden Parteien bekannt. Laut Informationen der Tagesschau werden Kurschilgen Fehler im Umgang mit den Missbrauchsvorwürfen gegen den ehemaligen Freiwasser-Bundestrainer vorgeworfen. Kurschilgens Anwalt hatte Akten eingereicht, aus denen Schriftwechsel im Fall des ehemaligen Freiwasserbundestrainers und mit der betroffenen Athletin hervorgingen. So soll der Sportdirektor den Verbandsvorstand informiert und involviert haben. Außerdem habe der DSV schriftlich zwei weitere Gründe nachgereicht. Demnach soll der ehemalige Sportdirektor unrechtmäßige Fördergelder für die Trainerstelle von Norbert Warnatzsch am Bundesstützpunkt Magdeburg beantragt haben. Da Warnatzsch zu DDR-Zeiten für den der Staatssicherheit unterstellten Verein Dynamo Berlin tätig war, erhielt er automatisch einen Stasi-Rang. Daraus hatte der Trainer von Schwimm-Größen wie Britta Steffen und Franziska van Almsick nie ein Geheimnis gemacht, dem Bundesinnenministerium und dem Deutschen Olympischen Sportbund ist dies seit Jahrzehnten bekannt. Auch hier bestritt Kurschilgen die Vorwürfe, sich falsch verhalten zu haben. Der dritte Kündigungsgrund wurde laut Tagesschau erst einen Tag vor Verhandlungsbeginn in Kassel nachgereicht, weshalb er noch nicht öffentlich diskutiert werden konnte.

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