Dienstag, 11. Juni 2024

7 Dinge, die du für deinen Freiwasser-Wettkampf wissen solltest

Schwimmen ist Schwimmen, könnte man meinen. Ob Freiwasser oder Becken, mache keinen Unterschied. Oder doch? Wir haben sieben Fakten gesammelt, um dich vom Gegenteil zu überzeugen.

Frank Wechsel / spomedis Die richtige Verpflegung ist auf langen Strecken essentiell für einen erfolgreichen Ausgang.

Die wichtigste Strecke

Wettkämpfe im Freiwasser gibt es viele und die meisten haben ihre eigenen Streckenlängen, Grenzen gibt es weder nach unten noch nach oben. Offizielle Wettkämpfe finden über zweieinhalb, fünf, siebeneinhalb und zehn Kilometer statt, zusätzlich wird manchmal noch die Marathondistanz über 25 Kilometer angeboten. Für die besten Schwimmerinnen und Schwimmer hat eine Streckenlänge jedoch einen ganz besonderen Stellenwert. Bei den Olympischen Spielen, der prestigeträchtigsten Veranstaltung der Sportwelt, stehen für Frauen und Männer nur zehn Kilometer im Freiwasser auf dem Programm, für einige deswegen die wichtigste Strecke überhaupt.

Gemeinsam ins Ziel

Wie im Becken gibt es auch im Freiwasser Wettkämpfe, bei denen als Team angetreten wird, meist in Form einer Staffel über 4 x 1,5 Kilometer. Aber auch andere Teamwettkämpfe hatten schon ihren großen Auftritt bei internationalen Meisterschaften. 2015 gab es bei den Weltmeisterschaften letztmalig das Teamevent über fünf Kilometer. Pro Nation starteten dabei Dreierteams mit jeweils mindestens einer Frau ins Rennen. Die Zielzeit wurde erst gestoppt, wenn alle Athleten das Ziel erreicht haben. Hier war Teamwork gefragt.

Verpflegung

Wer ein langes Freiwasserrennen schwimmt, muss sich, ähnlich wie ein Läufer bei einem Marathon, verpflegen. Meistens werden kohlenhydratreiche Snacks wie Energygels oder Getränke von einem Trainer oder Supporter vom Ufer angereicht. Um die Sportler im Wasser zu erreichen, haben die Teams modifizierte Angelruten, an denen Flaschenhalter befestigt sind.

Zu warm? Zu kalt?

Wer im Becken schwimmt, darf sich über gleichbleibende Wassertemperaturen freuen. Im Freiwasser ist das nicht so, schließlich beeinflussen externe Faktoren das Gewässer. Regeln für die Temperaturen gibt es trotzdem. Ist das Wasser kälter als 16 Grad Celsius, dürfen Wettkämpfe nicht stattfinden. Und auch nach oben hin gibt es eine Grenze: Überschreiten die Wassertemperaturen 31 Grad Celsius, darf nicht mehr geschwommen werden.

Kraul, Brust oder vielleicht doch Rücken oder Schmetterling?

Welche Schwimmart wird im Freiwasser geschwommen? Alle Wettkämpfe im offenen Gewässer sind in der Regel in Freistil ausgeschrieben. Das bedeutet, es darf alles geschwommen werden. Fast alle Freiwasserathleten entscheiden sich jedoch für Kraul, da diese Schwimmart besonders auf langen Strecken am kraftsparendsten ist und die Orientierung vereinfacht. Erlaubt sind aber auch die anderen drei Schwimmarten.

Wohin des Weges

Apropos Orientierung: Leinen, die einzelne Schwimmer voneinander trennen und den Weg vorgeben, sucht man im Freiwasser vergeblich. Stattdessen werden Runden geschwommen, die mit Bojen abgesteckt sind. Je nach Veranstaltung und Schwimmrichtung müssen diese mit der rechten oder linken Schulter umrundet werden. Den Weg zur nächsten Boje muss jeder Schwimmer selbst finden. Deswegen sieht man Athleten im Freiwasser oft den Kopf anheben und für ein paar Züge nach vorn schauen.

Ein Griff ans Boot

Es gibt Freiwasser-Veranstaltungen, bei denen jeder Athlet von einem eigenen Kanu begleitet wird und auch von dort seine Verpflegung bekommt. Dem Schwimmer ist es allerdings in den meisten Fällen nicht erlaubt, sich zum Trinken oder für eine kurze Pause am Boot festzuhalten. Sieht das ein Kampfrichter (der ebenfalls auf einem Boot unterwegs ist), droht eine Disqualifikation.

Jule Radeck
Jule Radeck
Jule Radeck studierte Sportwissenschaften, bevor sie als Volontärin nach Hamburg zog. In ihrer Freizeit findet man sie oft im Schwimmbecken, manchmal auf dem Fahrrad und selten beim Laufen.