Donnerstag, 23. Mai 2024

Wassertemperaturen | Hier schwimmt man wieder warm

Der Winter war bisher mild und die Gasspeicher sind gut gefüllt. Die ersten Badbetreiber schrauben die Wassertemperaturen wieder hoch.

dreamstime.com (Martinmark) Einige Badbetreiber erhöhen die Temperaturen ihrer Schwimmbecken wieder.

Gute Nachrichten für fröstelnde Schwimmbadbesucher. Nachdem fast alle Badbetreiber die Wassertemperaturen im vergangenen Jahr gesenkt hatten, wird das Wasser in einigen Schwimmbädern nun wieder wärmer. Einem ZDF-Bericht zufolge liegt die Wassertemperatur in Kamen, Bönen und Bergkamen (Nordrhein-Westfalen) wieder auf dem alten Niveau. Auch die Stadtwerke in Trier (Rheinland-Pfalz) und die Stadt Neunkirchen (Saarland) geben an, die Temperaturen in den Schwimmbecken wieder angehoben zu haben. Den Anfang hatten die Stadtwerke München gemacht, die bereits im Dezember 2022 im Westbad und im Cosimabad an der Temperaturschraube drehten. Den aktuellen Trend bestätigt die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB). „Wir hören in letzter Zeit, dass die Wassertemperatur mancherorts wieder erhöht wird“, erklärt DGfdB-Sprecherin Ann-Christin von Kieter.

Verband fordert Temperaturanpassungen

Wegen der Energiekrise hatte die DGfdB im Sommer empfohlen, die Wassertemperaturen in allen Bädern um zwei Grad zu senken. So könnten bis zu 25 Prozent Energie gespart werden, hieß es. Viele Schwimmbadbetreiber folgten dieser Empfehlung. Während sich einige Schwimmerinnen und Schwimmer über die niedrigeren Wassertemperaturen freuten und meinten, so besser schwimmen zu können, stieg bei anderen der Unmut. Das Wasser sei zu kalt, meinten sie. Ihnen vergehe die Lust am Schwimmen. Deswegen blieben mancherorts die Badegäste weg.

Durch den milden Winter und den insgesamt sparsamen Umgang mit Gas sind die Speicher der Bundesrepublik aber aktuell gut gefüllt. Mitte des Monats erklärte Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller, dass das Ziel, die Speicher am 1. Februar noch zu 40 Prozent gefüllt zu haben, kaum noch zu verfehlen sei. Deswegen forderte der Deutsche Schwimm-Verband, die Wassertemperaturen mindestens für die Anfängerausbildung wieder anzupassen.

Schließungen im Norden

Für ganz Deutschland gelten die positiven Nachrichten allerdings nicht. Vor allem aus Schleswig-Holstein kommen traurige Meldungen. So heißt es beispielsweise auf der Website der Bäder Pinneberg: „Um Energie einzusparen, bleiben die Bäder Pinneberg vom 5.12.2022 bis zum 31.03.2023 geschlossen“. In St. Peter-Ording sorgte die Schließung der Dünen-Therme kürzlich für bundesweite Schlagzeilen. Nach Angaben der Gemeinde würden sich die Gaskosten nach einer Preiserhöhung allein für den Monat Januar auf 330.000 Euro belaufen. Das sei mehr als die Kosten für den gesamten Jahresverbrauch 2022. Der Badbetreiber reagierte schnell und schloss die Dünen-Therme voraussichtlich bis Ostern.

Jule Radeck
Jule Radeck
Jule Radeck studierte Sportwissenschaften, bevor sie als Volontärin nach Hamburg zog. In ihrer Freizeit findet man sie oft im Schwimmbecken, manchmal auf dem Fahrrad und selten beim Laufen.

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