Montag, 22. April 2024

Was macht eigentlich Markus Rogan?

Österreichs Olympiaheld Markus Rogan machte kürzlich mit einem unglaublichen Weltrekord im Apnoe-Eistauchen auf sich aufmerksam.

Philipp Leister Markus Rogan taucht ohne Flossen und Neoprenanzug durch den Weißensee.

Was macht eigentlich Markus Rogan? Der ehemalige Rückenspezialist, der Österreich 2004 in Athen nach fast 100 Jahren die ersten Schwimm-Medaillen bescherte, ist unter die Eistaucher gegangen. Und wenn einer, wie er, ein solches Projekt angeht, dann richtig. Im Weißensee stellte der 41-Jährige jüngst einen neuen Weltrekord auf, und zwar in der Disziplin „Weiteste ohne Flossen unter Eis getauchte Strecke ohne Neoprenanzug“. Satte 111,2 Meter tauchte Rogan nur mit Badehose gekleidet und unter Aufsicht eines Schiedsrichters des Rekordinstituts für Deutschland (RID) weit. Über die genaue Wassertemperatur macht das Institut, das im gesamten deutschsprachigen Raum Rekordevents veranstaltet und beaufsichtigt, keine Angaben. Die Bilder lassen aber erahnen, dass der Weißensee nur wenig mehr als null Grad gehabt haben dürfte.

Und Rogan war nicht der einzige, der erfolgreich zum Rekordversuch im zugefrorenen See antrat. Auch Michael Donaldson erzielte Bestmarken, und zwar gleich vier in der neu geschaffenen Kategorie Ü80. Im Neoprenanzug tauchte der 85 Jahre alte US-Amerikaner 35 Meter ohne und 40 Meter mit Flossen. Außerdem schaffte er in einfacher Badehose 20 Meter ohne und 25 Meter mit Flossen. Alle Leistungen wurden RID als Ü80-Rekorde im Eistauchen anerkannt.

Christian Redl Markus Rogan (links) und Michael Donaldson (Mitte) posieren mit ihren Rekordurkunden.

Auf Instagram stellte Rogan seine eigene Leistung in den Schatten des Seniors. „Weltrekord am Geburtstag meines ersten Sohns – doch hier geht es nicht um ihn oder mich, sondern um die großartige Inspiration durch Michael Donaldson“, schreibt der ehemalige Schwimm-Profi. In Athen hatte Rogan vor 20 Jahren Olympia-Doppelsilber über 100 und 200 Meter Rücken gewonnen. Es waren die ersten Schwimm-Medaillen für Österreich seit der Frauenstaffel über 4 x 100 Meter im Jahr 1912. In seiner Karriere wurde Rogan, der fast durchgängig in den USA trainierte, neunmal Europa- und einmal Weltmeister. Insgesamt gewann er mehr als 30 Medaillen bei internationalen Events, zweimal verbesserte er den 200-Meter-Rücken-Weltrekord auf der Kurzbahn.

Peter Jacob
Peter Jacob
Mit sechs hieß es für den kleinen Peter schwimmen lernen - falls er mal ins Wasser fällt. Inzwischen ist er groß und schwimmt immer noch jede Woche. Mal mehr, mal weniger, meistens drinnen und manchmal draußen. Und immer mit viel Spaß und Leidenschaft.

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