Trainingslager, Wettkämpfe, Lebenskosten
Viele Schwimmprofis warten weiter auf ihr Geld

Schwimmerinnen und Schwimmer können selten vom Sport alleine leben. Eine Möglichkeit das zu ändern wollte die ISL schaffen, aber Zahlungen der vergangenen Saison stehen noch aus.

Frank Wechsel / spomedis

Der Terminkalender der internationalen Schwimmelite ist mit Welt- und Europameisterschaften in diesem Jahr gut gefüllt. Auch zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris ist es nicht mehr weit, der langfristige Trainingsaufbau beginnt bereits. Doch Trainingsmaßnahmen und Wettkämpfe kosten Geld, anders als bei anderen Sportarten verdienen selbst Profischwimmerinnen und -schwimmer oft nicht genug, um von ihrem Sport leben zu können.

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Einen Versuch, Schwimmerinnen und Schwimmer vernünftig zu bezahlen, wagte die International Swimming League. Wie bei der DMS in Deutschland treten bei der ISL Schwimmerinnen und Schwimmer in internationalen Profiteams gegeneinander an, das kurzweilige Programm wird durch Showelemente aufgelockert. Athleten, die einen Vertrag bei einem der Profiteams unterschreiben, winkt ein monatliches Grundgehalt, außerdem locken Prämienzahlungen. Schwedens Topschwimmerin Sarah Sjöström soll so im vergangenen Jahr 270.000 US-Dollar verdient haben. Die zehn Teams sind unter anderem in Städten wie New York, London, Toronto, Los Angeles und Tokio beheimatet.

Prämien noch nicht ausgezahlt

Anders wird es 2022 aussehen. Eigentlich sollte die vierte Saison der Profiliga in diesem Jahr stattfinden. Ende März teilten die Veranstalter jedoch mit, die Wettkämpfe um ein Jahr verschieben zu müssen. Grund dafür ist, dass der Gründer und Mäzen der Liga, der ukrainische Milliardär Konstantin Grigorishin, seit dem Einmarsch Russlands in sein Heimatland gänzlich andere Sorgen hat. Für die Sportler kam das Aus plötzlich. “Ich war schon erst einmal ein bisschen baff nach der Ansage, dass es dann doch nicht stattfindet”, sagte Leonie Kullmann im Deutschlandfunk. Die Neuköllnerin startete 2021 Seite an Seite mit den US-Stars Caeleb Dressel und Lilly King für die Cali Condors. Hauptgrund für ihre Teilnahme an der Liga seien die finanziellen Aspekte gewesen. “Das ist natürlich eine große Unterstützung, womit wir uns die Trainingslager und Wettkämpfe finanzieren können”, sagt sie.

Doch die Prämien der ISL wurden noch nicht vollständig ausgezahlt. “Unserem Team wurden jetzt, glaube ich, die Hälfte der Antrittsgelder gezahlt”, sagt Kullmann. “Das waren 7.500 US-Dollar und wir haben jetzt knapp 4.000 bekommen.” Auch andere Schwimmerinnen und Schwimmer warten noch auf ausstehende Zahlungen. Als Sportsoldatin der Bundeswehr und durch die Unterstützung der Sporthilfe sei sie jedoch im Moment “gutausgestattet”, sagt Kullmann. Schwimmstar Adam Peaty, Weltrekordhalter über 50 und 100 Meter Brust, startete deswegen nicht mehr in der Liga.

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