Dienstag, 23. April 2024

Umfrage zum Oben-ohne-Schwimmen | Badbesucher unterstützen Angebot, wollen es aber nicht nutzen

Schwimmen mit oder ohne bedeckten Oberkörper? Diese Frage wird seit einiger Zeit heiß diskutiert. In einer Umfrage unter Schwimmbadbesuchern hat die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen ein Meinungsbild ermittelt.

dreamstime.com (Aviahuismanphotography)

Sollen alle Menschen, unabhängig ihres Geschlechts, oben ohne ins Schwimmbad dürfen? Über diese Frage wird an vielen Orten in Deutschland seit 2021 diskutiert. Damals erstritt sich eine Person, die sich selbst nicht als Frau identifizierte, dem äußeren Erscheinen nach aber vom Personal als Frau erkannt wurde, in Göttingen genau dieses Recht. Der Fall machte bundesweit Schlagzahlen und führte dazu, dass seitdem viele Schwimmbäder ihre Hausordnung in Bezug auf die Badebekleidung überarbeiteten. Doch wie die Stimmung unter den Schwimmerinnen und Schwimmern zu diesem Thema ist, blieb bisher vage. Um ein großflächiges Meinungsbild zu bekommen, hat die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB) jetzt eine Umfrage unter Schwimmbadbesuchern und -besucherinnen durchgeführt.

Insgesamt halten sich Pro und Contra über das „Oben-ohne-Schwimmen“ in etwa die Waage. Von den 2.673 Personen, die an der Umfrage teilgenommen haben, finden 43 Prozent, dass „Oben-ohne-Schwimmen“ generell für alle erlaubt werden sollte, während sich 44 Prozent dagegen aussprachen. Auf der Seite der Fürsprecher stehen jedoch zusätzlich noch zwölf Prozent, die „Oben-ohne-Schwimmen“ zu bestimmten Zeiten erlauben würden.

Befragte wollen Angebot nicht annehmen

Das eigene Interesse der Befragten, oben ohne schwimmen zu gehen, hält sich jedoch in Grenzen. Mehr als 60 Prozent würden trotz Erlaubnis nicht ohne Oberteil schwimmen gehen. Und auch das Besuchsverhalten der Badegäste würde sich laut DGfdB-Umfrage nicht wesentlich ändern, denn mehr als die Hälfte aller Befragten würde die Schwimmbäder weiterhin so besuchen wie bisher. Dagegen stehen 22 Prozent, die gar nicht mehr schwimmen gehen würden, aber auch acht Prozent, die häufiger kämen.

Den meisten Schwimmbadbesuchern scheint es also mehr oder weniger gleich zu sein, ob „Oben-ohne-Schwimmen“ in ihren Bädern erlaubt ist, sie würden das Angebot selbst nicht annehmen wollen.

Jule Radeck
Jule Radeck
Jule Radeck studierte Sportwissenschaften, bevor sie als Volontärin nach Hamburg zog. In ihrer Freizeit findet man sie oft im Schwimmbecken, manchmal auf dem Fahrrad und selten beim Laufen.

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