Freitag, 19. Juli 2024

Der 100-Jährige, der vom Brett sprang und im Wasser verschwand

100 Jahre alt zu werden, schaffen nicht viele Menschen. Und noch seltener ist es, dass diejenigen, die dieses hohe Alter erreichen, noch ein sportlich aktives Leben führen können. Umso beeindruckender ist Taghi Askar, für den das Sprichwort „Alter ist nur eine Zahl“ tatsächlich zu gelten scheint.

Hiroyuki Nakamura/WORLD AQUATICS

Noch bevor die Weltmeisterschaften der Masters am 23. Februar in Doha beginnen, stand Wasserspringer Taghi Askar bei den Titelkämpfen der Elite im Mittelpunkt. Vor dem Finale vom Dreimeterbrett bekam der Iraner die Chance, sein Können vor internationalem Publikum zu präsentieren. Belohnt wurde er für seinen Sprung, einen Kopfsprung aus einem Meter Höhe, mit tosendem Applaus und einer WM-Medaille. Gerührt vergoss er einige Tränen. „Ich habe das Wasserspringen seit meiner Jugend bis heute geliebt. Zwischen 1951 und heute hat sich nichts geändert, außer meiner Leistung“, sagte er.

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Comeback nach fast 60 Jahren

Vor fast 60 Jahren hatte der Iraner seine aktive Sportlerkarriere beendet. Als Wasserspringer trat er 1951 bei der ersten Austragung der Asienspiele in Neu-Delhi an, gewann eine Silber- und eine Bronzemedaille. Insgesamt 489 Sportler nahmen damals an den Wettkämpfen in Indien teil. „Bei den letzten Meisterschaften, an denen ich auf nationaler Ebene teilgenommen habe, war ich 41 Jahre alt“, sagte Askar. Danach habe er seine Karriere beende, „aber immerhin mit einer Goldmedaille“.

„Das Einzige, was ich euch sagen möchte, ist, dass ihr diesen Sport lieben und euch gesund halten solltet. Das kann eine gute Motivation für euch sein, an diesen Meisterschaften und anderen Meisterschaften teilzunehmen“ gab der Mastersathlet einen Hinweis an alle, die in den nächsten Wochen bei den Weltmeisterschaften der Masters antreten wollen. Askar selbst wird dann ebenfalls am Start sein. Er startet in der Altersklasse der über 80-Jährigen vom Ein-Meter-Brett.

Jule Radeck
Jule Radeck
Jule Radeck studierte Sportwissenschaften, bevor sie als Volontärin nach Hamburg zog. In ihrer Freizeit findet man sie oft im Schwimmbecken, manchmal auf dem Fahrrad und selten beim Laufen.

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