Die Nationale Anti-Doping-Agentur Deutschland (NADA) hat im Jahr 2025 erneut umfangreiche Kontrollen im Schwimmsport durchgeführt. Schwimmen gehört weiterhin zu den am häufigsten getesteten Sportarten in Deutschland.
Der Schwimmsport bleibt eine der Schwerpunktsportarten im deutschen Anti-Doping-Kampf. Im Jahresbericht 2025 führt die NADA Schwimmen hinter Leichtathletik, Fußball und Radsport als die viertmeist kontrollierte Sportart in Deutschland auf.
Insgesamt wurden im Bereich Aquatics 1.114 Proben genommen. Den größten Anteil daran hatte das Beckenschwimmen mit 655 Proben. Hinzu kamen unter anderem 168 Proben im Freiwasserschwimmen, 111 im Wasserball, 116 im Wasserspringen und 34 im Synchronschwimmen. Für viele dieser Proben wurden zusätzlich gezielte Analysen auf EPO, Wachstumshormone und weitere leistungssteigernde Substanzen durchgeführt. Wie oft Florian Wellbrock, Lukas Märtens oder Angelina Köhler kontrolliert wurden, zeigen wir hier.
Medizinische Ausnahmeregelung
Von den fünf Proben, die bei DSV-Athleten Auffälligkeiten zeigten (eine davon stammt aus dem Jahr 2024), konnten drei mit einer medizinischen Ausnahmeregelung erklärt werden, zwei davon allerdings erst im Nachhinein. Eine vierte Analyse stellte sich im Nachhinein nicht als Dopingverstoß dar. Die 2024er Probe stammt von High-Diverin Anna Bader. Die WM-Dritte von 2013 wurde positiv auf Ostarine getestet und erhielt eine Sperre über 24 Monate. Der Fall war erst im April dieses Jahres bekannt geworden.
Die NADA führte 2025 insgesamt 12.145 Dopingkontrollen mit 16.911 Proben durch. Davon entfielen 6.514 Kontrollen auf den Trainingsbereich und 5.631 auf Wettkämpfe. Im Rahmen ihrer Kontrollstrategie setzte die NADA verstärkt auf moderne Methoden wie Dried-Blood-Spot-Proben sowie den Biologischen Athletenpass. Zudem wurden Re-Analysen älterer Proben vorgenommen. Alle im Rahmen eines speziellen Re-Analyseprogramms untersuchten Proben aus Ausdauersportarten blieben ohne Befund.
Kontrollen auch im Para-Schwimmen
Der Para-Schwimmsport ist ebenfalls Bestandteil des NADA-Kontrollsystems. Für die Disziplin Para-Swimming weist der Jahresbericht 40 Proben aus. Davon wurden 15 bei Trainingskontrollen und 25 bei Wettkampfkontrollen genommen. Zusätzlich erfolgten 23 EPO-Analysen sowie 22 Analysen auf Wachstumshormon-freisetzende Faktoren.
Insgesamt registrierte die NADA im Jahr 2025 73 mögliche Verstöße gegen Anti-Doping-Bestimmungen. In 26 Fällen wurden Sanktionen ausgesprochen. Am häufigsten nachgewiesen wurden anabole Steroide und Stimulanzien. Zudem gingen 102 Hinweise auf mögliche Dopingverstöße ein. Von 116 Anträgen auf Medizinische Ausnahmegenehmigungen (TUE) wurden 94 Prozent genehmigt.