Die Laktatschwelle als Erfolgsfaktor | Neue Studie zeigt, was Weltklasse-Langstreckenschwimmer auszeichnet

Auf welche Parameter kommt es bei Top-Freiwasserschwimmern an? Eine neue Studie mit Olympiasiegern und WM-Medaillengewinnern zeigt: Die entscheidende Größe ist die Geschwindigkeit an der Laktatschwelle.

World Aq Die Erfolgsformel für lange Freiwasserrennen: hohes Tempo über einen langen Zeitraum.

Für die Untersuchung wurden 20 Weltklasse-Freiwasserschwimmer (11 Männer und 9 Frauen) getestet, darunter Olympiasieger und Medaillengewinner internationaler Meisterschaften. Die Athleten absolvierten einen Stufentest über 7 x 400 Meter in einem 50-Meter-Becken. Durchgeführt wurde die Untersuchung, die 2025 im Fachjournal „International Journal of Sports Physiology and Performance“ veröffentlicht wurde, von einem internationalen Forscherteam aus Spanien und Italien. Der englische Titel der Studie lautet „Lactate Threshold and Swimming Performance in World-Class Open-Water Swimmers“.

Testaufbau

Nach einem standardisierten Einschwimmen schwammen die Teilnehmer siebenmal 400 Meter. Das Tempo wurde dabei von Durchgang zu Durchgang bis zur maximalen Belastung erhöht. Zwischen den Abschnitten hatten die Athleten jeweils 30 Sekunden Pause. Nach jedem 400-Meter-Durchgang entnahmen die Wissenschaftler einen Blutstropfen aus dem Ohrläppchen, um die Laktatkonzentration zu bestimmen. Zusätzlich wurden Herzfrequenz, subjektives Belastungsempfinden und technische Parameter wie Zugfrequenz und Zuglänge erfasst.

Anhand der Laktatwerte bestimmten die Forscher die individuelle Laktatschwelle – also den Punkt, an dem die Laktatproduktion im Körper deutlich ansteigt.

FINA Florian Wellbrock zählt im Pool und im Freiuwasser zu den Schnellsten der Welt.

Ergebnisse

Die Resultate zeigen, wie stark sich das Freiwasserschwimmen in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Die untersuchten Athleten erreichten ihre Laktatschwelle bei einer Geschwindigkeit, die bereits rund 97 Prozent ihrer maximalen 400-Meter-Testgeschwindigkeit entsprach.

Mit anderen Worten: Die besten Freiwasserschwimmer der Welt können über einen langen Zeitraum nahezu mit maximalen 400-Meter-Tempo schwimmen. Das Ergebnis bestätigt die enorme Bedeutung der aeroben Leistungsfähigkeit in einer Disziplin, in der Rennen über zehn Kilometer rund zwei Stunden dauern.

Auffällig war zudem, dass die heutigen Werte deutlich über denen liegen, die in vergleichbaren Untersuchungen vor rund 20 Jahren gemessen wurden. Die Autoren sehen darin einen Hinweis auf den Wandel des Sports. Seit der Aufnahme des 10-Kilometer-Rennens ins olympische Programm im Jahr 2008 hat sich das Leistungsniveau erheblich entwickelt. Viele erfolgreiche Freiwasserschwimmer verfügen inzwischen über sehr starke Zeiten auf den Mittel- und Langstrecken im Becken. Beste Beispiele dafür sind Florian Wellbrock und Gregorio Paltrinieri, die sowohl über 800 und 1.500 Meter im Pool als ach im Freiwasser große Erfolge feiner konnten.

Bedeutung für Training und Wettkampf

Je höher die Geschwindigkeit eines Schwimmers an der Laktatschwelle war, desto besser waren in der Regel auch seine Wettkampfleistungen über 800 und 1500 Meter sowie häufig im Freiwasser. Die Laktatschwelle erweist sich damit als wertvolles Instrument zur Leistungsdiagnostik. Sie ermöglicht eine präzise Einschätzung der Ausdauerfähigkeit und liefert wichtige Anhaltspunkte für die Trainingssteuerung.

Die Forscher empfehlen daher, die individuelle Laktatschwelle regelmäßig zu bestimmen und nicht mit statistisch ermittelten Laktatwerten zu arbeiten. In der Studie zeigte sich, dass mit diesen Verfahren vor allem bei Schwimmerinnen die tatsächliche Ausdauerfähigkeit überschätzt wurde.

Fazit

Die Studie bestätigt: Die Weltspitze im Freiwasserschwimmen zeichnet sich durch eine außergewöhnlich hohe aerobe Leistungsfähigkeit aus. Wer nahe an seiner Maximalgeschwindigkeit noch lange effizient schwimmen kann, besitzt beste Voraussetzungen für internationale Erfolge. Die Laktatschwelle bleibt damit einer der wichtigsten Messwerte für Trainer und Athleten im Ausdauerschwimmen.

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Peter Jacob
Mit sechs hieß es für den kleinen Peter schwimmen lernen - falls er mal ins Wasser fällt. Inzwischen ist er groß und schwimmt immer noch jede Woche. Mal mehr, mal weniger, meistens drinnen und manchmal draußen. Und immer mit viel Spaß und Leidenschaft.

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