Mittwoch, 22. Mai 2024

Olympia | So kommen die Profis nach Paris

Für die besten Schwimmerinnen und Schwimmer der Welt steht das Jahr 2024 im Zeichen der Olympischen Spiele. Für viele ist es ein Lebenstraum, einmal bei den Spielen zu starten. Aber wie kommen die deutschen Schwimmer zu den Wettkämpfen in der französischen Hauptstadt?

Frank Wechsel Mit dem dritten Platz bei der WM 2023 über 400 Meter Freistil hat Lukas Märtens sich schon früh für die Olympischen Spiele in Paris empfohlen.

Platz eins oder zwei bei den Trials und du bist dabei – so einfach machen es die Amerikaner. In Deutschland führen viele Wege nach Rom bzw. nach Paris zu den Olympischen Spielen. Um sich für eine Einzelstrecke zu empfehlen, gibt beziehungsweise gab es drei Möglichkeiten. Die erste Option auf den ersten von zwei möglichen Startplätze über jede Strecke bestand schon bei den vergangenen Weltmeisterschaften 2023 in Japan. Wer dort auf einer olympischen Einzeldisziplin unter die Top vier schwamm, empfahl sich bereits für Paris.

Das schaffte allerdings nur Lukas Märtens, der in Fukuoka mit Platz drei über 400 Meter Freistil für die einzige deutsche Medaille im Becken sorgte. Sicher für Paris qualifiziert ist der Magdeburger damit jedoch nicht. In den Nominierungsrichtlinien des Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) heißt es: „Zusätzlich ist in dieser Einzeldisziplin im Zeitraum 01.01.-28.04.2024 die nationale Olympianorm in einem WA (World Aquatics, Anm. d. Red.) approved Wettkampf zu erreichen“. Das bedeutet bis zu den Deutschen Meisterschaften, die den Abschluss des Qualifikationszeitraums bilden, muss Märtens seine Olympiastrecke bei einem als Qualievent genehmigten Wettkampf in 3:46,78 Minuten oder schneller schwimmen. Für den wegen einer hartnäckigen Erkrankung verspätet in die Saison gestarteten 22-Jährigen ist das eine machbare Zeit. WM-Bronze holte er in 3:42,20 Minuten.

Nächste Möglichkeit: WM in Doha

Eine weitere Möglichkeit, sich den ersten der zwei Olympiastartplätze zu sichern, gibt es bei den Weltmeisterschaften in Doha (Katar), die vom 2. bis zum 18. Februar stattfinden. Wie bei der WM 2023 gilt, dass die Athleten unter die ersten vier kommen und dabei die nationale Olympianorm (siehe Tabelle) unterbieten müssen. Schafft ein Sportler das, hat er den Startplatz nahezu sicher und kann nur noch schwer verdrängt werden. Auch dann nicht, wenn zwei andere Athleten im nationalen Qualifikationszeitraum schneller schwimmen.

Verpasst jemand bei der WM die Top vier, schwimmt aber schneller als die vorgegebene Norm, hat er oder sie ebenfalls Chancen aufs Olympiateam. Wer die verbleibenden Plätze bekommt, entscheidet sich jedoch erst nach dem nächsten und letzten Qualifikationszeitraum, der vom 1. bis zum 28. April geht. Die schnellsten Athleten über die jeweiligen Strecken erhalten hier den Zuschlag, sollte es mehr Normknacker als verfügbare Startplätze geben, entscheidet die schnellste Zeit (entweder geschwommen bei der WM oder im Qualizeitraum). Wer schlussendlich für das deutsche Team in Paris antreten darf, entscheidet sich schließlich zwischen Mitte Mai und Anfang Juni, wenn der DOSB-Vorstand das deutsche Olympiateam offiziell nominiert.

Die Deutschen Olympianormen für Paris

FrauenStreckeMänner
24,7050 m Freistil21,96
53,61100 m Freistil48,34
1:57,26200 m Freistil1:46,26
4:07,90400 m Freistil3:46,78
8:26,71800 m Freistil7:51,65
16:09,091.500 Meter Freistil15:00,99
1:06,79100 m Brust59,49
2:23,91200 m Brust2:09,68
59,99100 m Rücken53,74
2:10,39200 m Rücken1:57,50
57,92100 m Schmetterling51,67
2:08,43200 m Schmetterling1:55,78
2:11,47200 m Lagen1:57,94
4:38,53400 m Lagen4:12,50
Jule Radeck
Jule Radeck
Jule Radeck studierte Sportwissenschaften, bevor sie als Volontärin nach Hamburg zog. In ihrer Freizeit findet man sie oft im Schwimmbecken, manchmal auf dem Fahrrad und selten beim Laufen.

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