"Der Gesundheitsschutz muss oberste Priorität haben"
Olympia ohne ausländische Zuschauer

Die Olympischen Spiele in Tokio finden ohne internationales Publikum statt. In Deutschland trifft die Entscheidung auf Zuspruch.

Familie Wellbrock, die beim WM-Erfolg von Sohn Florian auf der Tribüne mitfiebert, oder Michael Phelps, der nach jeder Goldmedaille von Mutter Debbie und Ehefrau Nicole umarmt wird: Diese emotionalen Bilder gehören zu den Highlights bei Sport-Großveranstaltungen. Ähnliche Aufnahmen wird es in Tokio nicht geben, jedenfalls nicht von Schwimmerinnen und Schwimmer, die nicht aus Japan stammen. Denn seit dem Wochenende ist es beschlossene Sache: Internationale Zuschauer werden bei den Olympischen Spielen in Tokio nicht zugelassen. Das teilte die japanische Regierung am Samstag mit. Auch Volunteers aus dem Ausland sollen bei den Spielen nicht eingesetzt werden. Bisher wurden rund 5,4 Millionen Tickets für die olympischen und paralympischen Wettkämpfe in Tokio verkauft, 900.000 davon ins Ausland. Nach Regierungsangaben werden bereits gekaufte Tickets erstattet. Ob japanische Fans bei den Spielen zugelassen werden, soll bis Ende April entschieden werden.

“Eine gut nachvollziehbare Entscheidung”

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IOC-Präsident Thomas Bach äußerte Verständnis für die Entscheidung. Das IOC und das IPC hätten die Entscheidung “vollkommen respektiert und akzeptiert”. Auch von Seiten des DOSB gab es Zuspruch für die frühzeitige Entscheidung. “Das ist nicht das, was man sich wünscht, aber es ist in Zeiten wie diesen eine konsequente und aus unserem Verständnis eine gut nachvollziehbare Entscheidung”, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann, “Es ist eine, die zum richtigen Zeitpunkt kommt. Damit frühzeitig Klarheit gegeben ist für alle Planungen und organisatorischen Schritte.”

Forderungen für sichere Spiele

Auch der Verein “Athleten Deutschland” zeigte sich mit der Entscheidung einverstanden. “Das Einreiseverbot für ausländische Zuschauer*innen für die Spiele in Tokio war die richtige Entscheidung. Der Gesundheitsschutz muss oberste Priorität haben. Die Spiele dürfen nicht zum globalen Superspreader-Event werden. Die Pandemie macht das Fest der Begegnung unmöglich”, heißt es in einem Positionspapier. Gleichzeitig fordert der Verein mehr Transparenz bei den Corona-Maßnahmen und eine größere Einbindung der Sportler. “Insgesamt ist es unwahrscheinlich, dass sich Infektionen komplett vermeiden lassen werden. Das IOC muss daher transparent kommunizieren, unter welchen Bedingungen die Spiele stattfinden können und unter welchen nicht”. Bereits im Vorfeld müssten Einzelheiten wie die Organisation innerhalb der Olympia-Bubble, das Vorgehen bei positiven Corona-Tests, die Testhäufigkeit, die Möglichkeit zur Verschiebung von Wettkämpfen und Sanktionen bei Fehlverhalten im Playbook für die Olympischen Spiele geklärt werden, heißt es von Athletenseite.

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