Ausfälle und schwache Leistungen | Magen-Darm-Erkrankung setzt Team USA bei Schwimm-WM stark zu

Der bisher insgesamt schwache WM-Auftritt der US-Schwimmer hat einen unschönen Grund: Viele Athletinnen und Athleten kämpfen seit Tagen mit Magen-Darm-Problemen.

World Aquatics US-Superstar Gretchen Walsh siegte im Schmetterling-Halbfinale, sagte aber ihren Staffeleinsatz kurzfristig ab.

Ausgerechnet zum Jahreshöhepunkt ist ein erheblicher Teil des US-Schwimmteams erkrankt. Laut amerikanischen Medien traten die Beschwerden bereits während des Vorbereitungs-Trainingslagers im Thanyapura Resort in Phuket (Thailand) auf. Erste Berichte vom 22. Juli deuteten auf eine mögliche Lebensmittelvergiftung hin. Ein Trainer sprach tags darauf sogar davon, dass „fast die Hälfte“ des Teams betroffen sei. Etwa zehn Athletinnen und Athleten waren so stark erkrankt, dass sie die geplante gemeinsame Weiterreise nach Singapur am 22. Juli nicht antreten konnten und später nachreisen mussten.

Gleich am ersten Wettkampftag, an dem Lukas Märtens über 400 Meter Freistil triumphierte, zeigte sich das Ausmaß: Am Morgen trat Olympiasiegerin Torri Huske nicht zum 100-Meter-Schmetterling-Vorlauf an und Claire Weinstein verzichtete auf einen Start über 400 Meter Freistil. Später zogen die USA ihren Superstar Gretchen Walsh kurzfristig aus der 4×100-Meter-Freistilstaffel zurück, obwohl sie sich kurz zuvor im Halbfinale über 100 Meter Schmetterling als Erste für das Finale qualifiziert hatte. Der genaue Grund für die Änderung der Staffelaufstellung wurde nicht bekannt, allerdings ist ein Wechsel nach Beginn einer Wettkampfsession nur noch aus gesundheitlichen Gründen zulässig. Ersatzschwimmerin Erin Gemmel schwamm im Finale die schwächste Zeit des Quartetts und die US-Frauen mussten sich Australien knapp geschlagen geben.

Entzündung des Magen-Darm-Trakts

Auch die US-Männer belegten kurz darauf hinter Australien und Italien nur Platz drei mit der Staffel. Am Montagmorgen schieden die beiden Rückenschwimmer Tommy Janton (Platz 18) und Jack Aikins (Platz 44) nach schwachen Leistungen im 100-Meter-Vorlauf aus. Es ist das erste Mal seit 1908, dass bei einer Langbahn-WM oder bei Olympia ein Halbfinale über diese Strecke ohne Beteiligung der US-Schwimmer über die Bühne geht. Ob im Einzelfall tatsächlich gesundheitliche Gründe hinter den Leistungen stecken, ist nicht klar. Es ist aber anzunehmen.

Inzwischen hat sich der US-Verband zur Situation geäußert und als Ursache der Erkrankungen eine „akute Gastroenteritis“ bestätigt – gemeint ist damit eine Entzündung des Magen-Darm-Trakts, die durch Viren, Bakterien oder Parasiten ausgelöst wird. Anders als bei einer klassischen Lebensmittelvergiftung ist nicht zwingend verdorbenes Essen der Auslöser, die Symptome und die Behandlung ähneln sich jedoch.

Wie NBC berichtet mussten einige Teammitglieder medizinisch versorgt und teilweise sogar intravenös behandelt werden. Zahlreiche Sportlerinnen und Sportler verpassten infolgedessen mehrere Trainingseinheiten – einige konnten tagelang überhaupt nicht ins Wasser.

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Peter Jacob
Peter Jacob
Mit sechs hieß es für den kleinen Peter schwimmen lernen - falls er mal ins Wasser fällt. Inzwischen ist er groß und schwimmt immer noch jede Woche. Mal mehr, mal weniger, meistens drinnen und manchmal draußen. Und immer mit viel Spaß und Leidenschaft.

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