Skandal um LEN-Präsident Barelli
Nationalverbände erzwingen schnelle Neuwahlen

Zehn Monate nach seiner Wiederwahl zum LEN-Präsidenten weht der Wind gegen Paolo Barelli. Wegen undurchsichtiger Finanzgeschäfte sprachen die Mitgliedsverbände dem Präsidenten ihr Misstrauen aus.

Daniel Kopatsch

Es ist noch nicht einmal ein Jahr her, dass Paolo Barelli seine dritte Amtszeit als Präsident des europäischen Schwimmverbands LEN antrat. Mit 86 zu 13 Stimmen wurde der Italiener im November 2020 in seinem Amt bestätigt. Zehn Monate später scheint die Stimmung im europäischen Schwimmverband eine andere zu sein.

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Bei einem Verbandskongress in Budapest sprachen sich die LEN-Mitgliedsverbände in einem knappen Votum mit 46 zu 44 Stimmen dafür aus, das Exekutivbüro des kontinentalen Verbands neu zu wählen. Die Wahl soll auf einem außerordentlichen Verbandskongress im Februar 2022 stattfinden. Laut dem Portal total-waterpolo.com gehörte DSV-Präsident Marco Troll zu den Initiatoren des Führungswechsels. Er soll den Antrag eingebracht haben, der eine geheime Abstimmung über das Misstrauensvotum ermöglichte. In der jüngst vom Verband verschickten Mitteilung fand sich dazu kein Wort. Stattdessen rühmte sich der Verband damit, den nationalen Verbänden mehr Geld zukommen zu lassen.

Undurchsichtige Finanzen

Grund für das Misstrauensvotum soll der Finanzskandal beim europäischen Schwimmverband sein, im März gab es eine Razzia in der LEN-Zentrale in der Schweiz. Unter anderem geht es um jahrelange Zahlungen an Firmen, von denen teilweise die höchsten Führungskreise der LEN nichts gehört hatten. Laut gemeinsamen Recherchen der FAZ, der “Sunday Times” und des “Daily Telegraph” soll auch Verbandspräsident Barelli bei mindestens einer Firma involviert sein.

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