Lambertz' fünfter Quali-Modus in sechs Jahren

Seit Januar 2013 ist Henning Lambertz Chefbundestrainer der deutschen Schwimmer, das Schwimmjahr 2018 wird seine sechste Saison. Und schon wieder gibt es ein neues Quali-Prozedere.

| 22. Januar 2018 | AKTUELL

Henning Lambert steht seit Januar 2013 an der Spitze der deutschen Schwimmer.

Henning Lambert steht seit Januar 2013 an der Spitze der deutschen Schwimmer.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Ein fordernder Qualifikationsmodus war von Beginn an ein wichtiger Baustein im Konzept von Henning Lambertz. Der Bundestrainer führte für die Schwimmer Vor- und Endlaufnormen ein und entwickelte eine zweiteilige Qualifikation, bei der die Athleten ihre einmal erbrachte Topleistung ein zweites Mal bestätigen mussten, um sich für den Jahreshöhepunkt zu qualifizieren. Dieses Außenstehenden schwer zu vermittelnde Prozedere machte in der Theorie durchaus Sinn. Schließlich waren immer wieder DSV-Schwimmer bei internationalen Meisterschaften krachend gescheitert, obwohl sie wenige Monate zuvor mit Weltklassezeiten bei den Deutschen Meisterschaften auf sich aufmerksam gemacht hatten. Irgendetwas, so hatte es Lambertz erkannt, musste also in dem Zeitraum dazwischen schiefgegangen sein.

Der Bundestrainer reagierte mit der Einführung der German Open zur Saison 2014. Diese zweite Quali-Hürde zwang die Athleten exakt 28 Tage vor der großen internationalen Meisterschaft dazu, ihre Topleistung zu bestätigen. Diese Praxis wurde bereits ein Jahr später aufgeweicht. Statt bei den German Open konnte die zweite Zeit nun auch bei einem anderen Überprüfungswettkampf erzielt werden.

Neuer Modus 2018

Jedoch brachten die neuen Modi nicht die erhofften Erfolge. Nach den medaillenlosen Olympischen Spielen 2016 vollführte Lambertz auch deshalb beim Quali-Modus eine Rolle rückwärts und kehrte zurück zur einstufigen Qualifikation. Einzige Quali-Möglichkeit waren nun wieder die Deutschen Meisterschaften. Doch auch dabei sollte es nicht bleiben. Nach dem abermals enttäuschenden Abschneiden bei der WM 2017 in Budapest gilt für die Saison 2018 erneut ein anderer Modus. Es ist der fünfte in der Amtszeit von Henning Lambertz.

Quali-Modi 2013-2018

Event/Jahr

Modus

Kurzbeschreibung

WM 2013

DM

Lambertz führt Vor- und Endlaufnormen ein. Mehr ist wenige Monate nach Amtsantritt nicht möglich.

EM 2014

Zweiteilige Quali: DM + German Open

Normen müssen bei der DM und den German Open geschwommen werden. Die German Open beginnen exakt 28 Tage vor dem Saisonhöhepunkt.

WM 2015

Zweiteilige Quali: DM + Überprüfungswettkampf

Normen müssen bei der DM und bei einem zweiten vorgegebenen Wettkampf (Golden Tour Nancy, DJM Berlin, Mare Nostrum Tour, JEM Baku, German Open) geschwommen werden. Athleten, die die erste Hürde überwunden haben, müssen den zweiten Wettkampf im Voraus benennen. Außerdem: Pflichtstart bei den German Open.

OS 2016

Zweiteilige Quali: DM + Überprüfungswettkampf

Normen müssen bei der DM und bei einem zweiten Wettkampf (Mare Nostrum Tour oder German Open) geschwommen werden. Einzige Änderung zum Vorjahr: Für die Bestätigung stehen weniger Wettkämpfe zur Auswahl.

WM 2017

DM

Normen können ausschließlich bei den Deutschen Meisterschaften erzielt werden. Die German Open werden abgeschafft

EM 2018

Quali-Fenster

Normzeiten für Vor- und Endlauf können im Quali-Zeitraum 22.01. bis 29.04. bei einem international anerkannten Wettkampf geschwommen werden. Dabei hat der Athlet drei Versuche, die beim Bundestrainer vorher angemeldet werden müssen.

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In einem aktuellen Interview mit dem Verbandsorgan Swim&More sagte Lambertz zum veränderten Modus: "Nicht bewährt hat sich die Geschichte mit den harten Normen, die bei der DM als fast alleiniger Qualifikation für Budapest zu bringen waren. Die fünf Wochen zwischen nationalem und internationalem Höhepunkt waren nach allgemeiner Trainerbilanz kein gutes Zeitfenster für Topresultate."