Corona-Notdienst statt Schwimm-Training | Christof Wandratsch geht nicht ins Wasser

Wie gehen die Schwimmer in Deutschland mit der Schwimmbad-Schließung um? Extremschwimmer Christof Wandratsch bleibt derzeit trocken.

Gestern berichteten wir von den Aktivitäten der beiden Bodensee-Schwimmer Hamza Bakircioglu und Conny Prasser. Anders geht Christof Wandratsch mit der Corona-Krise um. Deutschlands bekanntester Abenteuer-Schwimmer geht zur Zeit gar nicht ins Wasser.

Christof Wandratsch aus Haiming in Bayern ist seit mehr als drei Jahrzehnten einer der besten deutschen Open-Water-Schwimmer. Er hat fast alles gewonnen, was ein Schwimmer gewinnen kann. Und ausgerechnet er schwimmt zurzeit gar nicht. Der 53-jährige Ausnahmeathlet hat das Eisschwimmen in Deutschland populär gemacht und kürzlich den Weltcup der International Ice Swimming Association gewonnen. Im Freiwasser könne immer etwas passieren, sagt er, die Rettungskräfte hätten zurzeit besseres zu tun, als Schwimmern zu helfen. Er selbst halte sich seit ein paar Wochen nur mit Joggen und Gymnastik fit.

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“Es kann immer was passieren”

Wandratsch ist Lehrer und betreut seine Schüler dieser Tage online, das, sagt er, sei aber kein komplettes Tagesprogramm. Am Telefon erzählt “Wandi”, dass er einem dringenden Appell des Gesundheitsamts Altötting gefolgt sei, nun im Corona-Notdienst arbeite und „Schreibarbeiten aller Art“ erledige, oft von früh bis spät. Er werde vom Freistaat für seine Wettkämpfe regelmäßig vom Dienst befreit, da sei es nur folgerichtig, sich jetzt zu engagieren.

Wandi sagt mit Blick auf Corona: Jeder könne eine Zeitlang ohne Schwimmen auskommen. Sein Projekt für den Sommer 2020 hat er auf 2021 verlegt. Er will den Baikalsees in Russland durchschwimmen: fast 650 Kilometer weit bei Wassertemperaturen zwischen vier und 20 Grad. Der ehemalige Nationalschwimmer macht’s wie die aktuellen Nationalschwimmer, die nun Olympia 2021 ins Visier nehmen. Er verschiebt sein Highlight um ein Jahr.

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