An Heiligabend | Chris Hoffmann will den 24-Stunden-Weltrekord verbessern

Weihnachten verbringt Chris Hoffmann dieses Jahr in der Schwimmhalle. Der Extremschwimmer hat eine Mission. Eine sehr lange Mission.

An Heiligabend gemütlich unterm Tannebaum sitzen und Geschenke auspacken ist nicht das, wovon Chris Hoffmann träumt. Der Langstreckenschwimmer aus Thüringen hat dieses Jahr andere Pläne. Er will den deutschen Männerrekord im 24-Stunden-Schwimmen brechen und vielleicht sogar den Weltrekord von 102,8 Kilometern attackieren. “Natürlich ist dieses Rekordschwimmen im Corona-Jahr enormer Aufwand, doch mein Team hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, Anträge gestellt, und unter strengen Auflagen können wir das Projekt angehen”, sagt der Extremschwimmer.

Was er draufhat, hat Hoffmann bereits bewiesen. Vor einem Jahren legte der Athlet vom Team Warmduscher beim 24-Stunden-Schwimmen in Meiningen eine Strecke von 82 Kilometern zurück. Kein Mann aus Deutschland schwamm jemals weiter. Bei den Frauen hält Vera Niemeyer mit 96,3 Kilometern den Rekord. Diesmal soll es für Hoffmann noch ein Stückchen weitergehen. “Ich fühle mich besser vorbereitet, habe meine Ernährung optimiert und sehr viel trainiert”, sagt er. Wegen des ersten Lockdowns verschob Hoffmann den Rekordversuch aus dem Sommer in den Winter. “Ich musste einen Neuaufbau starten. Das war zwar nicht optimal, aber auch kein Hexenwerk.”

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100-Meter-Schnitt von 1:24 Minuten

Für den Weltrekord von 10-Kilometer-Olympiasieger Maarten van der Weijden (102,8 Kilometer) müsste er über 24 Stunden einen 100-Meter-Schnitt von 1:24 Minuten durchhalten. Ohne Pause. “Bei diesem Schnitt bleibt wenig Zeit für Spielereien”, weiß Hoffmann. “Wenn alles nach Plan läuft, werde ich das Becken nicht ein einziges Mal verlassen und meine Trinkpausen extrem kurz halten. Leider schwimme ich nicht so schnell wie Florian Wellbrock.”

In welchem Schwimmbad er den Versuch wagen wird, möchte Hoffmann nicht verraten. Die Badleiter fürchten, dass sich Schaulustige auf den Weg machen könnten. Dabei soll es bis auf einen Schiedsrichter, einen Anwalt und ein paar Unterstützer keine Zuschauer in der Halle geben. Interessierte sollen das Geschehen im Wasser über einen Live-Stream verfolgen können. Der Start ist am 24. Dezember zwischen 10 und 12 Uhr geplant.

Training mit Sondererlaubnis

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Neben der Organisation des Schwimmens war das tägliche Training die größte Herausforderung für Hoffmann. “Ich durfte genauso wie die meisten über Monate in keine Schwimmhallen und bin stattdessen im Freiwasser geschwommen”, sagt der Sportler. Im November hatte er Glück. Als “Quasi-Profischwimmer”, wie er es nennt, durfte Hoffmann seine Vorbereitung in mit eigenen Rettungsschwimmern in einem Schwimmbecken fortsetzen.

Ein unvergessiches Weihnachten wird es auf jeden Fall, doch er Heiligabend nichts Besseres zu tun hätte? “Omas Thüringer Klöße werde ich schon vermissen. Aber mal ganz ehrlich, wenn ich den Rekord nicht angreifen würde, dann würde ich mir wünschen, dass ich es machen würde.”

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