Dienstag, 23. April 2024

Retter im Einsatz | So hat sich Zahl der Badetoten seit 1998 entwickelt

Es ist eine traurige Zahl, die die DLRG einmal im Jahr bekanntgibt. Die Zahl der Badetoten war 2022 wieder gestiegen, blieb aber vergleichsweise niedrig.

DLRG Retter der DLRG im Einsatz auf dem offenen Meer.

Seit mehr als 20 Jahren veröffentlicht die DLRG eine jährliche Ertrinkungsstatistik, in der alle bekannt gewordenen Ertrinkungsopfer erfasst werden. Im Februar wurde für das Jahr 2022 die Zahl der Badetoten mit mindestens 355 angegeben. Das sind 56 mehr als im Jahr zuvor, aber immer noch der zweitbeste Wert – wenn man in diesem Fall davon sprechen mag – seit Beginn der Aufzeichnung. Den höchsten Wert hatte es im Jahr 2004 gegeben, als mindestens 644 Opfer vermeldet wurden. Die Daten für die unten stehende Entwicklung stammen von der DLRG und statista.com.

Ertrinkungsfälle in Deutschland seit 1998

JahrOpfer
1998477
1999597
2000429
2001520
2002598
2003644
2004470
2005477
2006606
2007482
2008475
2009474
2010438
2011410
2012383
2013446
2014392
2015488
2016537
2017404
2018504
2019417
2020378
2021299
2022355
Quelle: DLRG, statista.com

Häufig korreliert ein hoher Wert mit gutem Badewetter. Die Gleichung klingt zynisch, bewahrheitet sich aber immer wieder: In einer langen Sommersaison mit sonnigem Wetter suchen mehr Menschen Erholung am Wasser. Dabei kommt es öfters zu brenzligen Situationen und auch zu Ertrinkungen. Die meisten Unglücke (87 Prozent) verzeichneten die Rettungsschwimmer 2022 an Binnengewässern, wo mindestens 308 Menschen im Wasser starben. Allein 147 Personen ertranken in Seen, 124 in Flüssen und Kanälen, 15 in Bächen und 22 in Teichen.

Deutlich weniger Menschen verunglückten im Meer. 16 waren es vergangenes Jahr an der Ostsee, dazu zwei an der Nordsee. „Während des langen warmen Sommers ohne nennenswerte coronabedingte Einschränkungen sind die Menschen wieder mehr in zumeist unbewachten Seen und Flüssen schwimmen gegangen. Damit stieg auch das Risiko für Unfälle“, sagte DLRG-Präsidentin Ute Vogt. In den Schwimmbädern stieg die Zahl der tödlichen Unglücksfälle gegenüber 2021 von sieben auf 13. Bezogen auf alle Opfer waren vier von fünf männlich.

Die DLRG verband die Bekanntgabe der Zahlen mit einem Appell. „Wie Jungen und Mädchen lesen, schreiben und rechnen lernen, so müssen sie auch schwimmen lernen“, sagte Voigt. „Wir müssen dahin kommen, dass jedes Kind am Ende der Grundschule sicher schwimmen kann.“

Peter Jacob
Peter Jacob
Mit sechs hieß es für den kleinen Peter schwimmen lernen - falls er mal ins Wasser fällt. Inzwischen ist er groß und schwimmt immer noch jede Woche. Mal mehr, mal weniger, meistens drinnen und manchmal draußen. Und immer mit viel Spaß und Leidenschaft.

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