Dienstag, 28. Mai 2024

„Ich habe wahnsinnig lange auf meinen Einsatz gewartet“

Frank Wechsel Deutschlands Olympiahoffnung Florian Wellbrock

Mit deutschem Rekord Bahn fünf im Finale gebucht, so könnte man Florian Wellbrocks ersten Start in Tokio in aller Kürze zusammenfassen. In 7:41,77 Minuten verbesserte der 23-Jährige seine 800-Meter-Bestzeit um stolze 2,26 Sekunden. Am Donnerstagmorgen wird der Magdeburger um eine Olympiamedaille schwimmen.

Er wollte souverän ins Finale schwimmen, um dort eine gute Bahn zu ergattern, sagte Wellbrock nach seinem starken Rennen am Dienstag. Da sich bei den Spielen schon einige Athleten verzockt hätten, wollte er auf Nummer sicher gehen und schon im Vorlauf Gas geben. „Das hat mit Romanchuk ganz gut geklappt.“ In einem Rennen, das bis zur 600-Meter-Marke eng war, behielt Wellbrock auf Bahn 3 den zwei Bahnen neben ihm schwimmenden Mykhailo Romanchuk die gesamte Zeit über im Blick und schlug am Ende 49 Hundertstel hinter dem Ukrainer an. Auf Bahn sieben erzielte der US-Amerikaner Robert Finke in 7:42,72 Minuten ebenfalls ein gutes Ergebnis.

„Was am frühen Morgen möglich ist, muss man abwarten“

„Ich habe wahnsinnig lange auf meinen Einsatz gewartet“, sagte Wellbrock nach seinem Vorlaufrennen, „das war jetzt der erste Start zum Reinkommen.“ Die Frage, ob und wie er sich im Finale noch steigern könne, wollte der Magdeburger nicht beantworten. „Wenn ich mir das Rennen gleich anschaue, kann man da vielleicht noch ein bisschen optimieren. Aber was am Morgen möglich ist, muss man abwarten“. Anders als sonst bei Schwimmwettkämpfen üblich werden die Vorläufe in Tokio am Abend geschwommen, die Finals dafür am Morgen. In den ersten Tagen der Spiele fiel auf, dass diese Einteilung einigen Athletinnen und Athleten nicht entgegenkam, schnellere Zeiten wurden oft in den Vorläufen geschwommen.

Bevor es für Wellbrock am Donnerstag über 800 Meter Freistil um eine Olympiamedaille geht, steht am frühen Mittwochmorgen erst das Finale der Frauen über 1.500 Meter Freistil auf dem Programm, in dem Wellbrocks Verlobte Sarah Köhler bereits um die erste deutsche Medaille im Beckenschwimmen seit Britta Steffen kämpfen wird. „Ich werde vermutlich nicht in der Halle sein, so leid mir das tut.“ Jeder müsse sein Ding machen und das eigene Rennen habe Priorität. Für den Weltmeister von 2019 gehe es jetzt darum, möglichst schnell zu regenerieren, um dann „hoffentlich fit fürs Finale“ zu sein.

Jule Radeck
Jule Radeck
Jule Radeck studierte Sportwissenschaften, bevor sie als Volontärin nach Hamburg zog. In ihrer Freizeit findet man sie oft im Schwimmbecken, manchmal auf dem Fahrrad und selten beim Laufen.

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