Aus der Olympia-Traum
Sechs polnische Schwimmer müssen aus Tokio abreisen

Wegen eines Fehlers des Schwimmverbands dürfen sechs polnische Athleten nun doch nicht bei Olympia starten. Und das, obwohl sie bereits in Tokio waren.

Silke Insel / spomedis

Eigentlich hatte der polnische Schwimmverband ein 23-köpfiges Team für die olympischen Spiele in Tokio nominiert und alle Athletinnen und Athleten hatten die Reise in Japans Hauptstadt angetreten. Doch kurz nach Ankunft in Tokio mussten Mateusz Chowaniec, Jan Kozakiewicz, Jakub Kraska, Paulina Peda, Aleksandra Polańska und Alicja Tchórz schon die Rückreise nach Polen antreten, der Olympiatraum hat sich damit für diese sechs Athletinnen und Athleten ausgeträumt.

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Der Grund dafür: der polnische Schwimmverband hatte wohl 14 “Relay only”-Schwimmer für Tokio nominiert, dazu Schwimmerinnen und Schwimmer, die die B-Norm für die Spiele zwar unterboten haben, aber von der Fina nicht als Olympiateilnehmer bestätigt wurden. Für die Olympischen Spiele qualifiziert sich sicher, wer die A-Norm unterboten hat, Schwimmerinnen und Schwimmer mit B-Norm müssen, anders als bei Weltmeisterschaften, erst vom Weltverband als Teilnehmer bestätigt werden. Das war bei den polnischen Athleten nicht der Fall. Hinzu kommt, dass das polnische Team für seine fünf qualifizierten Staffeln maximal zehn “Relay only”-Athleten hätte mit nach Tokio nehmen dürfen.

Sportler fordern Rücktritt der Verantwortlichen

Die Schwimmerinnen und Schwimmer der polnischen Nationalmannschaft wandten sich am Samstag mit einem Stadtment an die Öffentlichkeit. Sie sagten, dass sie als Sportler darauf vertraut hätten, sich auf die Sorgfalt des Verbandes verlassen zu können und die Regeln eingehalten würden. “Einige von uns wurden des Traums von Olympia beraubt. Die, die in Tokio bleiben dürfen, bleiben mit schlechter Stimmung und angeschlagenen Nerven”, heißt es. Deswegen, so schreiben die Athleten in ihrem Statement, fordern die den Rücktritt der Verantwortlichen um den Präsidenten des Schwimmverbands, Paweł Słomiński.

Man könne die Reaktion der Sportler verstehen, heißt es von Verbandsseite. Man habe versucht, möglichst vielen Sportlern die Teilnahme an den Olympischen Spielen zu ermöglichen und bei der Fina Einzelstarts der Athleten mit B-Norm beantragt. Die Ablehnung dieses Antrags hätte der polnische Verband erst erhalten, als die Mannschaft bereits auf dem Weg nach Tokio war.

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