Mittwoch, 22. Mai 2024

Vergleich mit der Welt-Elite | Lukas Märtens schwimmt jetzt schon in der Form seines Lebens

Lukas Märtens ist in der Form seines Lebens – und das bereits drei Monate vor dem Jahreshöhepunkt in Paris. Der Magdeburger schwamm sich nun auch über 200 Meter Freistil an der Spitze der Weltrangliste.

Frank Wechsel / spomedis Drei Monate vor Paris überzeugt Lukas Märtens in Berlin auf ganzer Linie.

Zum zweiten Mal brachte Lukas Märtens die Berliner Schwimmhalle SSE zum Kochen. Nach seinem Weltklasserennen über 400 Meter Freistil (3:40,33 Minuten) dominierte der 22-Jährige am Samstag auch die 200 Meter Freistil. In 1:44,14 Minuten schwamm Märtens der nationalen Konkurrenz auf und davon und lässt die deutschen Schwimm-Fans von olympischem Edelmetall träumen. Beide Leistungen hätten bei den letzten Spielen in Tokio zur Goldmedaille gereicht.

Zu DM-Silber schwamm in Berlin Danny Schmidt aus Frankfurt in 1:48,61 Minuten. Dritter wurde überraschend der Essener Philipp Peschke in 1:49,00 Minuten. An der Staffelbesetzung für die olympischen 4 x 200 Meter änderte sich nichts. Hier werden aller Voraussicht nach neben Märtens, Rafael Miroslaw, Josha Salchow und Timo Sorgius für Deutschland antreten.

Vergleich mit Australiern und Briten

Trotz der Schwimm-Weltmeisterschaften im Februar, bei der Märtens 400-Meter-Bronze holte, war in diesem Jahr noch kein Schwimmer über 200 oder 400 Meter Freistil schneller unterwegs als er. Zuletzt hatten die Australier Elijah Winnington und Samuel Short mit starken 400-Meter-Resultaten für Gesprächsstoff gesorgt. An ihnen ist Märtens mit seinen Zeiten bei den Deutschen Meisterschaften jetzt vorbeigezogen, wobei dazu gesagt werden muss: Die „Aussis“ und auch die US-Stars haben ihre Olympia-Trials noch vor sich. Der virtuelle Vergleich mit den Weltjahresbesten zeigt, dass der deutsche Meister sein Rennen offensiv mit schnellen 100 und 200 Metern gestaltet und hinten raus gegen die langsamer gestarteten Australier kaum verliert.

Topzeiten über 400 Meter Freistil im Jahr 2024 mit Zwischenzeiten:
1. Lukas Märtens (GER): 3:40,33 min (25,00 s; 52,37 s; 1:48,59 min; 2:44,81 min)
2. Elijah Winnington (AUS): 3:41,41 min (25,56 s; 53,43 s; 1:49,79 min; 2:46,66 min)
3. Samuel Short (AUS): 3:41,64 min (25,86 s; 53,63 s; 1:49,44 min; 2:45,77 min)
4. Kim Woomin (KOR): 3:42,71 min (25,32 s; 52,71 s; 1:49,17 min; 2:46,04 min)

Über 200 Meter nährt sich Märtens einer 1:43er-Zeit, was mit Paul Biedermann, Michael Phelps, David Popovici, Yannick Agnel und Danila Izotov bisher erst fünf Schwimmer überhaupt geschafft haben. Nach dem Anschlag ärgerte er sich sogar etwas, gestand er später, weil es dafür heute in der SSE noch nicht ganz gereicht hat. Der Vergleich mit den bisher schnellsten Schwimmern des Jahres, den Briten Matthew Richards und Duncan Scott sowie Weltmeister Sunwoo Hwang aus Südkorea, zeigen nur leichte Unterschiede. Am Ende ist es Märtens‘ Tempohärte, die ihm auf den letzten 50 Metern die Topzeit sichert.

Topzeiten über 200 Meter Freistil im Jahr 2024 mit Zwischenzeiten:
1. Lukas Märtens (GER): 1:44,14 min (24,27 s; 50,71 s; 1:17,57 min)
2. Matthew Richards (GBR): 1:44,69 min (24,27 s; 50,85 s; 1:17,73 min)
3. Duncan Scott (GBR): 1:44,75 min (24,52 s; 51,04 s; 1:18,07 min)
4. Sunwoo Hwang (KOR): 1:44,75 min (24,24 s; 50,57 s; 1:17,86 min)

Peter Jacob
Peter Jacob
Mit sechs hieß es für den kleinen Peter schwimmen lernen - falls er mal ins Wasser fällt. Inzwischen ist er groß und schwimmt immer noch jede Woche. Mal mehr, mal weniger, meistens drinnen und manchmal draußen. Und immer mit viel Spaß und Leidenschaft.