Freitag, 19. Juli 2024

Swimrun-WM mit 160 Teams | Ötillö übernimmt Rennen in den USA

Die Swimrun-Saison geht für dieses Jahr auf die Zielgerade, da erreichen die Community spannende News von Branchenriese Ötillö. Der Veranstalter expandiert nach Übersee.

Akuna (Ötillö) Ötillö will Swimrun in mehr Länder bringen.

Nur noch wenige Rennen, dann ist die deutsche Swimrun-Saison 2023 Geschichte. Vier Events stehen für September und Oktober noch im Kalender auf swimrun-germany.com. Auch der deutsche SwimRun Cup geht mit den letzten Rennen auf die Zielgerade. Nach dem Hype vor einigen Jahren, als gefühlt ständig neue Rennen entstanden, ist der Trend etwas ins Stocken geraten. Bekannte Veranstaltungen wie etwa in Ratzeburg, Hof und im Allgäu haben eine Pause eingelegt oder finden gar nicht mehr statt.

Akuna (Ötillö) Nach dem Schwimmen wird wieder gelaufen.

70 Kilometer Schwimmen und Laufen

Auch um den Ötillö in Rheinsberg ist es ruhig geworden. Das Rennen in der Mecklenburgischen Seenplatte war einer der ersten Swimruns in Deutschland überhaupt und 2016 mitverantwortlich für den kurzen Boom dieses Sports, der einst in Schweden entstand. Die faszinierende Kombination aus Freiwasserschwimmen und Trailrunning sowie das gewöhnungsbedürftige Laufen in Neopren und Schwimmen mit Schuhen, bei dem sich viele fragten, wie das funktionieren kann? Dazu die zum Teil enormen Distanzen von 40 bis 70 Kilometern in wunderbarer Natur: Swimrun ist großartiger Outdoorsport und eine lohnende Ergänzung für Schwimmer, Läufer und Triathleten.

Seit den Anfangsjahren hat sich Swimrun weiterentwickelt. Um Neulinge anzusprechen gibt es bei den Events jetzt häufig Sprintrennen mit überschaubaren Distanzen. Außerdem gilt nicht mehr überall die einst unumstößliche Regel, dass Swimrun Teamsport ist, bei dem man sich auch aus Gründen der Sicherheit unterstützt. Statt zu zweit kann man immer öfter auch allein auf die Strecke gehen.

PIERRE MANGEZ Beim Material gibt es wenig Vorschriften. Aber: Die komplette Ausrüstung muss ins Ziel gebracht werden.

WM am 4. September

Kurz bevor am Montag 160 Teams aus 20 Ländern bei der Ötillö-Weltmeisterschaft am 4. September auf die traditionelle 70-Kilometer-Route von Sandhamn nach Utö gehen, hat der größte und bedeutendste Swimrun-Veranstalter mitgeteilt, in die USA zu expandieren. Bisher konzentrieren sich die Ötillö-Veranstaltungen auf Europa, neben den Rennen in Schweden sind Engadin (Schweiz), Isle of Scilly (England), Cannes (Frankreich) und Malta etabliert. 2020 gab es einen einmaligen Ausflug nach Kalifornien. Damals bestimmten noch die langjährigen Renndirektoren Matts Skoll und Michael Lemmel den Kurs von Ötillö. Anfang 2023 gab es jedoch einen Wechsel an der Spitze des kommerziellen Unternehmens, das inzwischen als Swimrun AG in der Schweiz beheimatet ist. Die neuen Manager wollen Ötillö stärker internationalisieren.

Ein erster großen Schritt in diese Richtung ist die Übernahme von Swimrun USA Inc. und der Ödyssey-Rennserie mit Events in den Bundesstaaten Maine, Michigan, Washington und Texas. Alle vier Rennen sowie ein weiteres in den USA sollen nächstes Jahr die Ötillö Swimrun World Series ergänzen, für die nun insgesamt zehn Veranstaltungen feststehen. Die Serie dient als Qualifikationsmöglichkeit für die WM. Der genaue Rennkalender soll im Herbst veröffentlicht werden.

Peter Jacob
Peter Jacob
Mit sechs hieß es für den kleinen Peter schwimmen lernen - falls er mal ins Wasser fällt. Inzwischen ist er groß und schwimmt immer noch jede Woche. Mal mehr, mal weniger, meistens drinnen und manchmal draußen. Und immer mit viel Spaß und Leidenschaft.

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