Zwei Silbermedaillen gewannen die deutschen Schwimmer zum Abschluss der Junioren-WM. Das meiste Gold holten eine Chinesin und eine US-Amerikanerin.
Mit einem starken Schlusstag haben die deutschen Nachwuchsschwimmer bei der Junioren-WM in Otopeni (Rumänien) ihre Medaillenbilanz aufpoliert. Gleich zweimal durfte sich das Team des Deutschen Schwimm-Verbands über Silber freuen – durch Lena Ludwig (SV Nikar Heidelberg) und Jan Malte Gräfe (Potsdamer SV).
Gräfe fehlte über 50 Meter Brust am Sonntagabend nur eine Hundertstelsekunde zum Titel. Nach seinem Junioren-Weltrekord im Vorlauf, bei dem er in 26,95 Sekunden die Bestmarke des späteren Olympiasiegers Nicolo Martinenghi aus dem Jahr 2017 unterbot, blieb er auch im Finale in 26,99 Sekunden unter der 27-Sekunden-Marke. Gold ging aber an den Türken Nusrat Allahverdi, der in 26,98 Sekunden einen Hauch schneller war.
Minute über 100 Meter in Sichtweite
„Natürlich ist es unglücklich gelaufen, aber noch vor Kurzem hätte ich nie gedacht, hier um Gold mitzuschwimmen“, sagte der 18-Jährige, der zuvor bereits über 100 Meter Brust den deutschen Jahrgangsrekord dreimal verbessert hatte. Dieser steht nun bei 1:00,21 Minuten. Die Minutenmarke scheint für Gräfe nur noch eine Frage der Zeit. Dann würde er endgültig zu den beiden deutschen Top-Brustschwimmern Melvin Imoudu und Lucas Matzerath aufschließen.
Für Ludwig war es bereits die zweite Silbermedaille dieser WM. Nach Platz zwei über 100 Meter Brust glänzte sie auch auf der doppelten Distanz. In 2:26,56 Minuten unterbot die 18-Jährige ihre Bestzeit deutlich und musste sich nur der Koreanerin Sua Moon (2:24,77) geschlagen geben. „Endlich unter 2:27 Minuten – und gleich so ein großer Schritt. Damit habe ich nicht gerechnet“, erklärte Ludwig, die demnächst mit ihrer Teamkollegin Noelle Benkler in Heidelberg die Elitegruppe von Bundesstützpunkttrainer Santiago Marquez Fuentes wechseln wird.
„Können auf WM-Niveau bestehen“
Auch Johannes Liebmann (SC Magdeburg) überzeugte zum Abschluss mit Platz vier über 1.500 Meter Freistil (15:04,40 Minuten). Die Medaillen sicherten sich Kuzey Tuncelli aus der Türkei (14:48,81 min) vor dem Japaner Kazushi Imafuku (14:56,97 min) und Vaseleios Kakoulakis aus Griechenland (15:00,29 min).
Nachwuchs-Bundestrainer Carsten Gooßes zog ein positives WM-Fazit: „Wir haben mit einem kleinen Team Top-Leistungen gezeigt, viele Bestzeiten erreicht und bewiesen, dass wir auch auf WM-Niveau bestehen können.“ International prägten vor allem die Chinesin Peiqi Yang und US-Schwimmerin Rylee Erisman die Wettkämpfe. Beide holten am Sonntag jeweils ihre fünfte Goldmedaille dieser Titelkämpfe.
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