Türkisblaue Bergseen, anspruchsvolle Trails und Spannung bis auf den letzten Kilometer: Der Ötillö-Swimrun im Engadin bot vor der beeindruckenden Kulisse des Oberengadins alles, was den Swimrun-Sport ausmacht. Besonders das Frauenrennen entwickelte sich zu einem echten Krimi.
Das Oberengadin zeigte sich am vergangenen Wochenende von seiner schönsten Seite. Sonnenschein, 24 Grad Lufttemperatur, ungewöhnlich warme Bergseen und eine spektakuläre Alpenkulisse bildeten den perfekten Rahmen für den Ötillö Engadin, den vierten Lauf der Swimrun World Series. Insgesamt 522 Athletinnen und Athleten aus 34 Nationen machten Silvaplana für einen Tag zum Zentrum der internationalen Swimrun-Szene.
Die 42,7 Kilometer lange Strecke verlangte den Teilnehmern alles ab. Neun Schwimmabschnitte über insgesamt 5,8 Kilometer führten durch die Seen von Silvaplana, Champfèr und Sils. Dazwischen warteten 36,9 Kilometer Laufen auf teils technisch anspruchsvollen Trails – mit ständigen Wechseln zwischen Wasser und Land, die den besonderen Reiz dieser Sportart ausmachen.





Kopf an Kopf
Für den emotionalen Höhepunkt sorgte das Frauenrennen. Über Stunden lieferten sich die schwedischen Weltmeisterinnen Hanna Skårbratt und Helen Wikmar ein Kopf-an-Kopf-Duell mit Kristin Larsson und der Französin Lydie Waucquier. Mal verschafften sich die stärkeren Läuferinnen auf den Trails Vorteile, mal holten die besseren Schwimmerinnen in den Seen wieder auf. Erst auf dem letzten langen Schwimmabschnitt kippte das Rennen endgültig: Skårbratt und Wikmar gingen mit nur 15 Sekunden Vorsprung auf die Schlusslaufstrecke und retteten diesen bis ins Ziel. Nach 5:23:30 Stunden betrug ihr Vorsprung gerade einmal 55 Sekunden.


Jonathan Thiesmeyer im Mixed auf dem Podium
Auch bei den Männern blieb es lange spannend. Drei französische Teams bestimmten das Rennen, ehe sich Rémi Andrade und Tom Ralite trotz einer Sprunggelenksverletzung von Andrade auf den technischen Passagen absetzen konnten. Nach 4:44:55 Stunden feierten sie den Sieg vor Alexis Charrier und Thomas Guerry sowie Emeryc Gennesson und Rémi Menut.
Im Mixed-Wettbewerb dominierten Pierre de Lustrac und Mélisande Muller das Geschehen und belegten in der Gesamtwertung sogar Rang vier. Die deutsche Hoffnung Jonathan Thiesmeyer erreichte gemeinsam mit der Schweizerin Xenia Braun als Dritte das Podium. In den Solorennen triumphierten der Franzose Florian Schäfer und die Irin Niamh Murphy.






