Gastgeber Deutschland hat bei den Junioren-Europameisterschaften in München den ersten Titel bejubelt. Linda Roth schwamm über 200 Meter Freistil zu Gold und führte eine starke deutsche Mannschaft an.

Mit einem Heimsieg hat Linda Roth für den ersten deutschen Goldmoment bei den Junioren-Europameisterschaften in München gesorgt. Die 17-Jährige setzte sich über 200 Meter Freistil durch und gewann damit ihre erste Einzelmedaille bei einer JEM. Entsprechend groß war die Freude nach dem Rennen: „Ich habe mich so unglaublich gefreut, als ich angeschlagen und auch gesehen habe, wie sich alle für mich gefreut haben. Es hat mir so viel Spaß gemacht“, sagte Roth anschließend.
Bereits in den Vorläufen hatte sich die aktuell größte deutsche Nachwuchshoffnung mit der zweitschnellsten Zeit eine ausgezeichnete Ausgangsposition verschafft. Im Finale zeigte sie dann auf Bahn 5 ein mutiges Rennen, übernahm auf den zweiten 50 Metern die Führung und gab diese bis ins Ziel nicht mehr ab. „Ich habe nach 150 Metern gesehen, dass schon alle bei mir dran waren, aber ich habe gemerkt, dass noch ein bisschen was drin ist“, sagte Roth. „Dann habe ich alles gegeben und gemerkt, dass ich wirklich dafür trainiert habe.“ Roth war vor einem Jahr von Cannstatt in die Trainingsgruppe von Bernd Berkhahn nach Magdeburg gegangen. „Ich bin so stolz, diesen Wechsel gemacht zu haben. Ich mag die alle sowohl im als auch außerhalb des Pools so gerne. Sie bedeuten mir echt so viel, und auch das Trainerteam, das jeden Tag hinter mir steht, pusht mich total.“
Bronze über 50 Meter Brust
In 1:57,79 Minuten verwies Roth Soia Diakova von den neutralen Athleten aus Russland (1:58,32 min) sowie Bianca Nannucci aus Italien (1:58,82 min) auf die Plätze zwei und drei. Die zweite deutsche Finalistin, Julianna Butler, wurde in 2:00,29 Minuten Siebte. Für Roth ist der Titel der bisher größte internationale Erfolg ihrer Karriere und zugleich ein starkes Signal mit Blick auf den Übergang in den Erwachsenenbereich.
Zu EM-Bronze sprintete Louis Hoffmann über 50 Meter Brust. In 27,34 Sekunden schlug er lediglich 0,08 Sekunden hinter Junioren-Europameister Max Morgan aus Großbritannien an. Silber gewann der Tscheche Jan Foltyn in 27,29 Sekunden.
Auch insgesamt präsentiert sich das deutsche Team bei den Titelkämpfen in starker Form. Mehrere Athletinnen und Athleten erreichten Endläufe. Etwas Pech hatten die deutschen Staffeln, die bisher kein Finale erreichen konnten, aber zweimal Neunte wurden. Für Aufsehen sorgen insbesondere die russischen Athletinnen und Athleten, die in den Staffelwettbewerben bereits zwei Junioren-Weltrekorde aufstellen konnten.
Die Junioren-EM in der Münchener Olympiaschwimmhalle geht noch bis Sonntag. Alle Ergebnisse gibt es hier.
