Nach dem Vorbild der International Swimming League soll in den USA eine neue College-Liga aufgebaut werden. Los geht es bereits im Herbst 2026.
In den USA soll 2026 eine neue Schwimmliga starten, die das College-Schwimmen grundlegend verändern könnte: die College Swimming League (CSL). Unterstützt wird das Projekt von der International Swimming League (ISL), die mit ihren Profiformaten in den vergangenen Jahren für frischen Wind sorgte, aber wirtschaftlich auch wegen des Ukraine-Kriegs ins Schlingern geraten war. Nun setzt man auf die Nachwuchsschiene – und auf die mediale Wucht des US-College-Systems.
Hinter dem CSL-Projekt stehen Robert Kent und Kyle Sockwell. Kent war zu Zeiten der ISL General Manager bei den Toronto Titans. Ziel sei es, im bislang eher unscheinbaren Herbst für mehr Medienpräsenz zu sorgen. „College-Schwimmen ist eine Talentschmiede für Olympiasieger und Weltrekordhalter, blieb aber viel zu lange ein ungenutztes Reservoir an kommerziellen Möglichkeiten“, sagt Kent. Die CSL wolle das ändern, indem sie „ein aufregendes und kommerziell nachhaltiges Produkt“ schaffe. Für die erste Saison ist eine Liga mit zwölf Universitäts-Schwimmteams geplant. Welche Unis das sein werden, soll in Kürze bekannt gegeben werden.
Events in ISL-Style
Vorbild sind die Events der International Swimming League, das heißt: vier Teams pro Match, schnelle und hochdynamische Rennen auf der kurzen Yard-Bahn, dazu Event-Highlights wie K.-o.-Rennen – alles „wie gemacht für eine Übertragung“. Im Gegensatz aber zur ISL, die sich auch als Konkurrenz zum Weltverband positionierte, setzt die CSL auf Kooperation. Die Ergebnisse sollen offiziell für NCAA-Qualifikationszeiten zählen, also für die US-amerikanischen Collegemeisterschaften. Außerdem sollen die Anforderungen für sogenannte Dual Meets erfüllt werden, was die ganze Sache für die Universitäten interessant macht.
Kostenübernahme und neue Einnahmen für Unis
Für die Universitäten könnte der Einstieg attraktiv sein: Die CSL übernimmt sämtliche Reise- und Hotelkosten der Teams und verspricht neue Erlösmodelle durch zentrale Vermarktung. Positiv äußerten sich einige Coaches. Braden Holloway von der North Carolina State University lobt „die neue Plattform, um das Beste aus dem Schwimmsport zu zeigen“. Und Bill Dorenkott von der Ohio State spricht von einer neuen Dynamik, in der der Sport präsentiert werde. Man freue sich auf die Möglichkeit, bei der Premierensaison dabeizusein.
Relevanz aus deutscher Perspektive
Für deutsche Athletinnen und Athleten, die traditionell häufig ins US-College-System wechseln, könnte die CSL neue Sichtbarkeit und bessere Vermarktung bieten. Generell ist der hochkompetitive Schwimmsport in den USA mit vielen Rennen in kurzer Zeit ein erfolgversprechender Leistungsansatz. Auch in der ISL waren zahlreiche deutsche Schwimmprofis aktiv.