Kraft und Technik:
Allzweckwaffe Paddles

Paddles kräftigen die Schwimm-Muskulatur und beeinflussen die Armzugtechnik. Wir zeigen, welche unterschiedlichen Modelle es gibt, und stellen Übungen vor.

Den Klassiker gibt es in vielen verschiedenen Formen und Größen. Die kleinsten haben Handflächengröße und eignen sich für Einsteiger, junge Sportler oder Leistungsschwimmer in der Taperphase. Große Paddles sollten nur austrainierte Athleten verwenden, da die Belastung für die Schultern vor allem bei unausgereifter Technik enorm ist. Löcher auf den Handbrettern sollen helfen, das Wassergefühl beim Schwimmen zu erhalten.

Übungen

  • 4 x 200 m Kraul und Rücken im Wechsel mit Fahrtspiel, Pause: 30 s
  • 4 x 150 m Kraul, verschiedene Technikübungen, Pause: 20 s
  • 4 x 200 m (50 m Wriggen + 100 m Kraul oder Rücken mit guter ­Zugtechnik – 10 s Pause – 50 m Kraul oder Rücken hohes Tempo ohne Paddles), Pause: 45 s
Handpaddles
Aquasphere Handpaddles sind größer als die Handfläche.

Fingerpaddles

Wer seine Schultern nicht übermäßig strapazieren möchte, greift zur kleinen Schwester der Handpaddles, den Fingerpaddles. Durch ihre geringere Fläche ermöglichen sie einen guten Einstieg in das Training mit Paddles und eignen sich dazu hervorragend zum Techniktraining. Besonders die Phase des Wasserfassens lässt sich gut trainieren. Achten Sie darauf, kleine Fingerpaddles nicht mit den Händen zu umgreifen.

Übungen

  • 4 x 50 m mit Pull-Buoy (25 m Wriggen + 25 m Arme in Lagen-Reihenfolge), ­Pause: 30 s,
  • 2 x 400 m Kraul und Rücken im 100er-Wechsel, dabei mit konstanter Frequenz schwimmen, Pause: 30 s
  • 4 x 100 m Lagen, jeweils eine andere Schwimmart mit erhöhter Frequenz, den Rest locker, mit langen Zügen und guter Technik, Pause: 20 s
Fingerpaddles
Speedo Fingerpaddles bedecken nur einen kleinen teil der Hand.

Agility Paddles

Die Agility Paddles von Finis sollen das richtige Eintauchen der Hände unterstützen. Da das typische Band zur Befestigung fehlt, bleiben die Paddles nur bei korrekter Eintauchtechnik an den Händen. Dadurch bieten sich eher kurze Strecken mit einem Technikschwerpunkt an, da bei längeren Serien der Technikfokus leicht verloren geht. Laut Hersteller lassen sich mit den Paddles alle Lagen schwimmen.

Übungen

  • 4 x 100 m Kraul, Fokus auf lange Züge und sauberes Eintauchen, Pause: 30 s
  • 8 x 25 m (2 x Lagen-Reihenfolge), 1.-4. mit Paddles, 5.-8. ohne, Pause: 20 s
  • 4 x 50 m Kraul Kontrastübungen, Pause: 20 s
Agility Paddles
Finis Finis’ Agility Paddles haben keine Gummibänder.

Technique Paddles

Die Paddles von ­Michael Phelps verhindern durch ihre lange Form ein Abknicken des Handgelenks und ein Absacken des Ellbogens. Schwimmer werden dadurch gezwungen, Hand und Unterarm als eine Einheit wahrzunehmen und zu nutzen. Die Paddles sollen für alle Schwimmarten verwendbar sein und verschiedene Handhaltungen ermöglichen.

Übungen

  • 4 x 100 m Kraularme, ­Pause: 20 s
  • 6 x 50 m Kraul und Rücken im Wechsel, Pause: 20 s
  • 8 x 25 m Kraul, im Wechsel locker und schnell, Pause: 20 s
Technique Paddles
MP An der Entwicklung der Technique Paddles soll Michael Phelps beteiligt gewesen sein.

Anti-Paddles

Wo herkömmliche Paddles den Wasser­widerstand vergrößern, funktionieren Anti-Paddles genau andersrum. Ihre Keilform lässt das Wasser um die Hände herumströmen, der Widerstand fällt dadurch deutlich geringer aus. Der Effekt: Der Schwimmer muss für den Abdruck neben den Händen verstärkt die Unterarme einsetzen, was die Effektivität des gesamten Armzugs verbessern soll. Spürbar wird dies, sobald Sie die Paddles wieder ablegen.

Übungen

  • 4 x 50 m Kraul oder Rücken (alles in einer Schwimmart, der vierte ohne Paddles), Pause: 20 s
  • 4 x 150 m (50 m Arme mit Pull-Buoy + 50­ m Kraul oder Rücken + 50 m Kraul oder Rücken ganze Lage ohne Paddles schnell), Pause: 30 s
  • 4 x 25 m Kraul, hohes Tempo, maximale Frequenz, Pause: 30 s
Anti-Paddles 3
Miriam Müller / spomedis Anti-Paddles verringern den Widerstand.

Weiterführende Links Kräftigungstraining im Wasser: Schwimmen mit Paddles

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