Gipfeltreffen über 5 Kilometer: In Magdeburg treffen Deutschlands Ausdauerspezialisten in einem ungewöhnlichen Wettbewerb aufeinander.
5.000 Meter im Becken, das sind exakt 100 Bahnen auf der 50-Meter-Bahn. Bei den Norddeutschen Meisterschaften in Magdeburg traf am Wochenende Deutschlands Ausdauerelite in diesem selten geschwommenen Rennen aufeinander – mit einem überraschenden Ergebnis. Denn nicht etwa Weltmeister und Olympiasieger Florian Wellbrock oder der Olympiazweite Oliver Klemet hatte am Ende die Nase vorn. Stattdessen sorgte Nachwuchsschwimmer Johannes Liebmann in 51:46,49 Minuten für die beste Zeit des Tages.
Der 18-jährige Magdeburger ist natürlich längst kein Unbekannter mehr und unter anderem Junioren-Weltrekordler über 800 Meter Freistil auf der Kurzbahn. In seinem Trainingsbecken in der Schwimmhalle Diesdorf, die Magdeburger Elbeschwimmhalle ist aktuell gesperrt, spulte Liebmann ein konstantes Tempo ab. In 1:01 bis 1:02 Minuten legte er die 100-Meter-Abschnitte zurück. Mit dieser Pace hängte er Trainingskollege Oliver Klemet Stück für Stück ab. Der Silbermedaillengewinner von Paris beendete die 5 Kilometer nach 52:20,76 Minuten als Zweiter. Florian Wellbrock wurde in 52:51,31 Minuten Dritter. Rund 3.600 Meter lang war der 29-Jährige Liebmanns Tempo mitgegangen. Im letzten Renndrittel verlor er dann noch mehr als eine Minute.
Liebmann hängt Kemet und Wellbrock ab
Bei den Frauen war die lange Strecke, die Teil der diesjährigen EM-Qualifikation für das 5-Kilometer-Freiwasserrennen in Paris ist, eine deutliche Angelegenheit für Isabel Gose, die in 56:15,61 Minuten alle Mitschwimmerinnen überrundete. Zweitschnellste war Mariah Denigan aus den USA in 57:47,41 Minuten vor Leonie Märtens (57:59,72 Minuten).
Für Liebmann war nach den 5.000 Metern aber noch nicht Schluss, denn auch über 1.500 Meter Freistil ging er kurze Zeit später an den Start. In 15:06,27 Minuten gewann er über diese Strecke nicht nur souverän den norddeutschen Meistertitel vor dem WM-Zweiten Sven Schwarz aus Hannover (15:15,91 Minuten). Zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison ist Liebmanns Zeit auch die drittschnellste des Jahres. Nur die Olympiasieger Bobby Finke (15:01,70 Minuten) und Daniel Wiffen (15:04,98 Minuten) waren bereits schneller.
Aller guten Dinge sind drei: Am Sonntag holte Liebmann auch über 800 Meter den Sieg. In 7:56,60 Minuten verwies er dabei Superstar Lukas Märtens (8:06,89 Minuten) auf Platz zwei.