Es ist der Albtraum eines jeden Schwimm-Veranstalters: Beim legendären Bosporusschwimmen in Istanbul wird ein Athlet vermisst.
Beim traditionsreichen Bosphorus Cross-Continental Swim ist ein Athlet spurlos verschwunden. Der Sportler nahm am Sonntag an der 37. Auflage des Klassikers teil, das jährlich tausende Wassersportler aus aller Welt anzieht. Während offiziell 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf der asiatischen Seite Istanbuls ins Wasser gingen, kamen nur 2.999 im Ziel in Kuruçeşme auf der europäischen Seite an. Durch die Kontrolle der Transponder, die jeder Schwimmer tragen muss, konnte schnell geklärt werden, dass es sich bei dem Vermissten um den 29 Jahre alten Nikolai Svechnikov aus Russland handelt.
Als Svechnikov nicht aus dem Wasser zurückkehrte, schlugen die Organisatoren Alarm. Polizei und Rettungsschwimmer leiteten eine großangelegte Suchaktion ein, die sich auf die stark befahrene Wasserstraße zwischen Schwarzem Meer und Marmarameer konzentrierte. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass der Sportler erst am Vortag nach Istanbul gereist war und dort ein Hotel bezogen hatte.
Suche wird fortgesetzt
Das Bosporusschwimmen gilt als eines der spektakulärsten Freiwasserschwimmen der Welt. In der Vergangenheit wurde es mehrfach in die Liste der 100 besten Freiwasserevents aufgenommen. Der natürliche Kanal trennt nicht nur zwei Kontinente, sondern ist auch eine der verkehrsreichsten Schifffahrtsstraßen weltweit. Während des Rennens wird der Schiffsverkehr im Bosporus für mehrere Stunden komplett gesperrt – eine Seltenheit im internationalen Handelsverkehr.
Auf der rund 6,5 Kilometer langen Strecke nutzen die Schwimmerinnen und Schwimmer die starke Strömung des Bosporus, die sie stellenweise auf Geschwindigkeiten von über 7 km/h beschleunigt. So erklären sich die Finisherzeiten von etwa 40 Minuten. Viele beschreiben das Gefühl, zwischen Europa und Asien zu schwimmen, als einmalig. Hier gibt es mehr Infos zu dem Schwimmen und zur herausfordernden Registrierung für ausländische Schwimmerinnen und Schwimmer.
Wie es zum Verschwinden des russischen Schwimmers kam, ist noch unklar. Details wurden bisher nicht veröffentlicht. Die Suche soll aktuell noch andauern.