Martins WM-Tagebuch | Der Tag des Lokalmatadors

Die erste Schwimm-WM des Jahres findet vom 3. bis 9. Februar in Bled (Slowenien) statt, wenn die Winterschwimmer ins eiskalte Wasser gehen. Unser Autor Martin Tschepe ist mit dabei.

Was für eine Zeit! Lokalmatador Luka Turk hat bei der Winterschwimmen-WM im Bleder See in Slowenien über 200 Meter Freistil eine Fabelzeit ins eiskalte Wasser gezaubert: 1:59,4 Minuten. Ohne Startsprung und Rollwenden unter zwei Minuten. Wahnsinn! Die Stimmung auf der Tribüne war endlich mal gut – so richtig geht die Post aber selten ab bei dieser Weltmeisterschaft. Die Schwimmer und deren Begleiter sind weitgehend unter sich, leider. Die Menschen in Bled und Umgebung haben offenbar im Vorfeld nicht viel mitbekommen von der WM. Oder sie haben kein Interesse. Schade eigentlich. Bei den German Open Anfang Januar in Veitsbronn war mehr los.

Martin Tschepe | tri-mag.de Die Teilnehmer im “Pool” schwimmen auf zehn Bahnen nebeneinander.

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1.200 Kalorien zum Frühstück

Die Schwimmer im und am Bleder See lassen sich die Freude aber nicht nehmen. Meine coole Dreier-WG mit Christof „Wandi“ Wandratsch und Mark Koitka ist pünktlich um acht Uhr in den Tag gestattet. Routinier Wandi macht Ansagen, ich halte mich mitunter dran, der Mark weniger. Nur grünen Tee zum Frühstück trinken? Sorry Christof, das geht nicht. Ich brauche Kaffee. Aber wir machen zusammen Atemübungen, und ich esse sogar genau eineinhalb Stunden vor dem Start – nehme dann möglichst exakt 1.200 Kalorien zu mir. Mark hat lieber ein Wärmepad für seinen verspannten Rücken getestet – und war damit sehr zufrieden.

Die 25 Meter Schmetterling am Morgen des zweiten WM-Tags habe ich leider verbockt. Ich bin mit der linken Hand voll in die Leine geraten. Eine kleine blutende Wunde war das Resultat. Und eine schlechte Zeit. Platz vier in meiner Altersklasse. Mist. Der Wandi hat’s besser gemacht. Er hat seine Altersklasse souverän gewonnen – über 25 Meter Schmetterling, über 100 Meter Brust und über 200 Meter Freistil. Jeweils mit einem AK-Weltrekord.

Martin Tschepe | tri-mag.de Nach dem Kommando “Get in the water” haben die Athleten fünf Sekunden Zeit, um die Startposition einzunehmen.

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Alisa Fatum erneut am schnellsten

Aus deutscher Sicht war dieser Tag wieder ein guter. Ganz vorn gelandet sind (jeweils in ihrer Altersklasse) unter anderem diese Schwimmer: Tobias Wybierek (Burghausen) über 25 Meter Schmetterling. Genauso Julia Wittig (Burghausen). Anne Sarah Richter (Erlangen) hat die 100 Meter Brust gewonnen. Sebastian Engel (Kiel) hat über die 100 Meter Brust die schnellste Zeit aller Männer abgeliefert (1:08,5 min) und ist souverän Weltmeister geworden. Elke Ortloff (Berlin), Julia Wittig und Alisa Fatum (Leipzig) konnten jeweils die 200 Meter Freistil gewonnen – Alisa Fatum mit der schnellsten Zeit aller Frauen (2:16,1 min). Alle Ergebnisse gibt es hier.

Mark und ich haben uns am Vormittag übrigens für rund zwei Stunden abgesetzt und sind einmal um den See spaziert. Das war fast so schön wie Schwimmen im kalten See. Morgen greifen wir wieder an. Auf dem Programm stehen die 100 Meter Freistil im Becken und die 450 Meter Freistil im Freiwasser. Bei der Seeumrundung haben wir uns nochmal genau angeschaut, wo im Wasser die Wendebojen schwimmen. Wir sind also gut vorbereitet.

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