Eisschwimm-WM
Ärger beim Verband

Aus Deutschland und Österreich waren nur wenige Eisschwimmer zur WM gereist. Das Hygienekonzept habe nicht ausgereicht, heißt es vom deutschen Verband.

Deutsches Team Das Wettkampfbecken in Glogow.

Die deutsche Sektion der International Ice Swimming Association (IISA) kritisiert, dass bei den Weltmeisterschaften Anfang Februar in Polen auch ungeimpfte Schwimmerinnen und Schwimmer hätten teilnehmen dürfen. Das Konzept (Covid Protokoll) habe vorgegeben, dass ein negativer Antigentest für Geimpfte ausreichend gewesen sei, lediglich für Ungeimpfte war ein negativer PCR-Test erforderlich, sagt Birgit Becher von der IISA Germany. Laut Ausschreibung war eigentlich von allen Teilnehmern ein PCR-Test verlangt worden. Zum Thema Impfung hieß es dort: “Die IISA empfiehlt allen Teilnehmern dringend, sich impfen zu lassen. Eine Voraussetzung für die Teilnahme ist die Impfung aber nicht.” Das kleine deutsche Team hatte bei der WM ordentlich abgeräumt. Unter anderem gewann Alisa Fatum aus Leipzig gleich viermal in der offenen Klasse.

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Der IISA Verband habe zwar erklärt, “Vorsicht” walten zu lassen und keine große Party stattfinden zu lassen. “Aber bei der Siegerehrung und im Vorstartzelt waren fast alle ohne Masken zu sehen”, so Becher, die wegen des Konzepts nicht nach Polen gereist war. “Wenn das Konzept sicherer gewesen wäre, wären sicherlich die ein oder anderen mehr gestartet.” Vor dem Hintergrund, wieder zur Normalität zurückzukehren, sei es allerdings gut, dass das Event stattgefunden habe. “Dennoch darf man der Durchführung des Events kritisch gegenüberstehen.”.

“Das Konzept war nicht ausreichend”

Hamza Bakirciglu, Präsident von IISA Germany, war vor Ort und sagt: Wegen des Hygienekonzepts der Polen hätten viele die WM schweren Herzens abgesagt, darunter einige Medaillenkandidaten aus Deutschland. Das Konzept, erklärt Becher, “war nicht ausreichend”. Wenn die IISA behaupte, alles sei gut gelaufen, “dann ist das schlichtweg nicht richtig”.

Der Zwist zwischen der IIAS und der IISA Germany zeigt: Die Stimmung ist nicht immer harmonisch. Aus Sicht der Schwimmerinnen und Schwimmer bleibt zu hoffen, dass sich die Wogen bald glätten. Beschlossen ist bereits, dass die nächste WM im Winter kommenden Jahres in Frankreich stattfinden soll – dann hoffentlich ohne Corona und ohne leidige Diskussionen um gute oder schlechte Hygienekonzepte. Viele Eisschwimmer schauen mit vorsichtigem Optimismus nach vorne, auch jene Sportler, die diesmal Bedenken hatten und deshalb nicht gestartet sind bei der WM.

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