Märtens auf Rang vier
Wellbrock WM-Dritter bei dominantem Paltrinieri-Sieg über 1.500 Meter Freistil

Zum Abschluss der WM in Budapest wurde es noch einmal spannend. Über 1.500 Meter lag der Italiener Gregorio Paltrinieri lange auf Weltrekordkurs. Florian Wellbrock sicherte sich die Bronzemedaille.

Jo Kleindl Florian Wellbrock hat in Budapest seine zweite Medaille gewonnen (Archivbild).

Wer dachte, 1.500 Meter Freistil seien langweilig, wurde beim Finale der WM in Budapest eines Besseren belehrt. Nach den Vorläufen am Freitag gingen die beiden Trainingskollegen Florian Wellbrock und Mykhailo Romanchuk (Ukraine) mit den schnellsten Zeiten ins Rennen, Dritter der Vorläufe war Olympiasieger Bobby Finke aus den USA. Für Tempo im Finale sorgte aber ein anderer: Gregorio Paltrinieri, nur als Siebter in den Endlauf eingezogen, legte vom Start weg los. Auf Bahn eins schwimmend, lag der Italiener von Beginn an auf Weltrekordkurs und ließ seine Konkurrenten immer weiter hinter sich. Stück für Stück baute Paltrinieri seinen Vorsprung auf Wellbrock, Finke und Romanchuk aus, die hinter ihm die weiteren Podiumsplätze unter sich ausmachten.

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Zwischenzeitlich lag Paltrinieri mehr als zwei Sekunden vor der imaginären Weltrekordlinie. Doch auf den letzten Metern fehlte dem Rio-Olympiasieger das nötige Tempo. In 14:32,80 Minuten sicherte er sich den Weltmeistertitel mit Europarekord und der zweitschnellsten jemals geschwommenen Zeit in diesem Event. Schneller war nur der später wegen Doping gesperrte Chinese Sun Yang, der bei den Olympischen Spielen 2012 nach 14:31,02 Minuten anschlug.

Spannendes Rennen um Platz zwei und drei

Hinter den Dominator lieferten sich Wellbrock, Finke und Romanchuk lange Zeit ein spannendes Rennen um Platz zwei und drei. Nach der Hälfte des Rennens konnte der Ukrainer das hohe Tempo jedoch nicht mehr mitgehen, Wellbrock und Finke kämpften weiter. Mal hatte der Deutsche die Nase vorn, mal der US-Amerikaner. Auf den letzten 50 Metern bewies Finke einmal mehr seine Sprintstärke. Bei seinen 26,10 Sekunden konnte Wellbrock (letzte Bahn in 26,86 Sekunden) nicht mithalten. In 14:36,70 Minuten erkämpfte sich Finke nach 30 Bahnen in der Duna Arena den Vizeweltmeistertitel vor Wellbrock (14:36,94 Minuten). Den vierten Platz belegte Lukas Märtens (14:40,89 Minuten), der sich kurz vor dem Ziel noch an Romanchuk (14:40,98 Minuten) vorbeischob.

Die beiden deutschen Athleten blieben bei ihrem WM-Finale nur wenige Hundertstel über ihren persönlichen Bestzeiten. 2018 bei den Europameisterschaften schwamm Wellbrock in 14:36,15 Minuten zum Deutschen Rekord, Märtens schob sich im März in 14:40,28 Minuten an die Spitze der Weltrangliste. “Ich habe nicht den Titel verloren, ich habe Bronze gewonnen. Dass ich jetzt das letzte Mal die 1.500 Meter gewonnen habe, ist jetzt auch schon drei Jahre her, das darf man nicht vergessen”, sagte Wellbrock nach seinem Rennen. “Trotzdem ist es bei einer Weltmeisterschaft – gerade bei dem Feld – nie eine Selbstverständlichkeit, aufs Podium zu kommen. Das war vielleicht mal vor ein paar Jahren der Fall, mittlerweile aber sicher nicht mehr.”

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Braunschweig und Elendt bestätigen Vorleistungen

Drei weitere Finals mit deutscher Beteiligung gab es am letzten Wettkampfabend in Budapest. Über 50 Meter Rücken bestätigte der Berliner Ole Braunschweig seine Leistung und erkämpfte sich in 24,66 Sekunden den siebten Platz. Im Vorlauf hatte er in 24,58 Sekunden einen deutschen Rekord aufgestellt. Auf den fünften Platz über die kurzen 50 Meter Brust schwamm Anna Elendt. Beim Sieg der Litauerin Ruta Meilutyte (29,70 Sekunden) schlug Elendt nach 30,22 Sekunden an. Für den WM-Abschluss aus deutscher Sicht sorgte die 4×100-Meter-Lagen-Staffel der Männer. Braunschweig, Lucas Matzerath, Eric Friese und Rafael Miroslaw steigerten ihre Leistung aus dem Vorlauf um 1,3 Sekunden und schlugen auf dem sechsten Platz an.

Die Weltmeister am letzten Wettkampftag:
50 m Rücken Männer: Justin Ress (USA) 24,12 Sekunden
50 m Brust Frauen: Ruta Meilutyte (Litauen) 29,70 Sekunden
1.500 m Freistil Männer: Gregorio Paltrinieri (Italien) 14:32,80 Minuten
50 m Freistil Frauen: Sarah Sjöström (Schweden) 23,98 Sekunden
400 m Lagen Frauen: Summer McIntosh (Kanada) 4:32,04 Minuten
4 x 100 m Lagen Männer: Italien 3:27,51 Minuten
4 x 100 m Lagen Frauen: USA 3:53,78 Minuten

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