Olympiasieger Florian Wellbrock muss sich bei Freiwasser-Challenge im Chiemsee geschlagen geben

Florian Wellbrock war der Star des 30. Chiemsee-Langstreckenschwimmens. Doch trotz einer spektakulären Aufholjagd musste sich der Olympiasieger am vergangenen Wochenende über 4,5 Kilometer mit Platz zwei begnügen.

European Aquatics Florian Wellbrock kam im Chiemsee als Zweiter ins Ziel.

Der Olympiasieger kam zu spät und genau das war der Plan. Beim 30. Chiemsee-Langstreckenschwimmen über 4,5 Kilometer erhielt Florian Wellbrock ein ungewöhnliches Handicap: Der Weltmeister und Olympiasieger verharrte nach dem Startkommando noch drei Minuten an der Startlinie, während die anderen 313 Teilnehmer bereits loskraul­ten. Was folgte, war eine spektakuläre Aufholjagd durch das gesamte Teilnehmerfeld – mit einer Ausnahme.

Denn Wellbrock erwischte nahezu jeden vor ihm gestarteten Schwimmer. Nur Max Dieckmann aus München konnte er nicht einholen. Der starke Junior hatte sich das Rennen offenbar perfekt eingeteilt und rettete einen Teil seines Vorsprungs ins Ziel. Nach 49:23 Minuten erreichte Dieckmann das Strandbad Übersee und wurde dort lautstark gefeiert. Wellbrock folgte 2:16 Minuten später in 51:39 Minuten.

„Natürlich ist es immer etwas Besonderes, wenn man mit einem Vorbild schwimmt. Ihn dann noch geschlagen zu haben, ist besonders schön“, sagte Dieckmann nach seinem Sieg im Chiemsee gegenüber der ARD. Wellbrock nahm das ungewöhnliche Rennen mit Humor: „Es ist für mich eine ungewohnte Situation, Leuten Vorsprung zu geben. Das liegt normalerweise nicht in meiner Natur. Aber ich weiß natürlich, dass es für mich um den Spaß geht – so wie für die anderen auch.“

See-Querung statt Rundkurs

Überhaupt stand der Auftritt am Chiemsee weniger im Zeichen des sportlichen Vergleichs als einer willkommenen Abwechslung vom streng getakteten Trainings- und Wettkampfkalender. Bereits am Tag vor dem Rennen gab Wellbrock bei einem Schwimmseminar Einblicke in sein Training und verriet gemeinsam mit Freiwasser-Olympiasiegerin Sharon van Rouwendaal einige Tricks für das Schwimmen in offenen Gewässern. Zusammen mit van Rouwendaal und Ex-Weltmeisterin Leonie Beck stand er außerdem für eine Autogrammstunde bereit.

Nach den Europameisterschaften in Paris, bei denen Wellbrock im August drei Goldmedaillen im Freiwasser gewonnen hatte, hatte der 28-Jährige zunächst einige Tage Urlaub gemacht. Optimal vorbereitet war er für den Chiemsee also nicht. Dennoch wurde seine Aufholjagd auch für die Zuschauer am Ufer zum Highlight des Rennens. Flankiert von einem Stand-up-Paddler arbeitete sich Wellbrock von der Fraueninsel aus durch das Feld und überholte Schwimmer um Schwimmer. „Normalerweise bin ich auf einem Rundkurs unterwegs, diesmal war es eine Seeüberquerung. Das war etwas Neues für mich“, erklärte Wellbrock.

Hinter dem Spitzen-Duo wurde es deutlich enger: Niklas Schmidt sicherte sich in 55:24 Minuten Platz drei, nur wenige Sekunden vor Tim Krämer, Nicky Lange, Sven Wies und Sebastian Forster. Bei den Frauen setzte sich Anja Krastel in 55:43 Minuten durch. Sie verwies Renate Forstner und Solene Guisard auf die Plätze zwei und drei.

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Peter Jacob
Mit sechs hieß es für den kleinen Peter schwimmen lernen - falls er mal ins Wasser fällt. Inzwischen ist er groß und schwimmt immer noch jede Woche. Mal mehr, mal weniger, meistens drinnen und manchmal draußen. Und immer mit viel Spaß und Leidenschaft.

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