Larus Thiel hat nach fünf Jahren den SV Bayer Wuppertal verlassen und sich der SG Essen angeschlossen. Der 17-Jährige will am Bundesstützpunkt seine sportliche Entwicklung vorantreiben und baut zugleich auf bessere Bedingungen für seine schulische Ausbildung.
Für Larus Thiel beginnt im Herbst ein neues Kapitel. Das deutsche Sprinttalent wechselt vom SV Bayer Wuppertal zur SG Essen und damit an einen der Bundesstützpunkte des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV). „Jetzt ist der richtige Moment für den nächsten Schritt“, erklärte Thiel zu seiner Entscheidung.
Seit 2021 war Wuppertal seine sportliche Heimat. Entsprechend schwer fällt dem Jahrgang-2009-Schwimmer der Abschied. Er habe dort wertvolle Erfahrungen gesammelt, Erfolge gefeiert und sich gemeinsam mit seinen Trainern und Teamkollegen weiterentwickelt, schrieb Thiel auf Instagram. Besonders betont er die Unterstützung, die er von seinem Verein erfahren habe.
Starke Entwicklung
Für den Wechsel sprechen aus seiner Sicht vor allem die Perspektiven in Essen. Dort könne er Leistungssport und Schule besser miteinander verbinden. Die schulische Förderung am Bundesstützpunkt biete Möglichkeiten, die eine reguläre Schule in dieser Form nicht leisten könne. Damit soll der Wechsel nicht nur die sportliche, sondern auch die persönliche Entwicklung des Nachwuchsschwimmers voranbringen.
Sportlich macht Thiel seit Jahren auf sich aufmerksam. Seit seinem zwölften Lebensjahr ist er durchgängig in den deutschen Altersklassen-Rekordlisten zu finden. Zuletzt beeindruckte er bei den Junioren-Europameisterschaften in München im Juli mit Platz fünf über 50 Meter Freistil und Rang sechs über 50 Meter Schmetterling. Dabei zählte er als Schwimmer des Jahrgangs 2009 noch zu den jüngeren Teilnehmern. Auch 2027 ist er bei der JEM in Bjelovar noch startberechtigt.
Trainerwechsel in Wuppertal
Langfristig hat Thiel allerdings größere Ziele. Er möchte den Sprung in den Nationalkader schaffen – und zwar möglichst schnell. In Essen soll nun der nächste Entwicklungsschritt folgen. Dabei kommt der Wechsel auch zu einem Zeitpunkt, an dem sich in Wuppertal im Trainerbereich etwas verändert hat: Sein langjähriger Coach Hennig Lambertz hat sich aus dem Leistungssport zurückgezogen. Vor wenigen Tagen wurde der Niederländer Harm Rozenga als neuer Bayer-Cheftrainer vorgestellt. Der Weggang von Thiel stand da bereits fest.
Thiel verabschiedet sich nun mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „SV Bayer und die Menschen dort werden immer ein wichtiger Teil meiner Geschichte bleiben“, schrieb er.