Gold für Florian Wellbrock! In Paris hat der amtierende 10-Kilometer-Weltmeister das erste Freiwasserrennen der Europameisterschaften für sich entschieden.
Perfekter EM-Start für die deutschen Freiwasserschwimmer: Im ersten Open-Water-Rennen der Titelkämpfe von Paris ist Florian Wellbrock mit einem fulminanten Schlussspurt zur Goldmedaille über zehn Kilometer geschwommen. Der Magdeburger setzte sich am Dienstag nach 1:55:18,39 Stunden knapp vor David Bethlehem (+2,1 Sekunden) aus Ungarn durch. Der Frankfurter Oliver Klemet kam mit sechs Sekunden Rückstand als Dritter ins Ziel und holte Bronze. Das Trio hatte sich in der Seine auf der achten und letzten 1,25-Kilometer-Runde von den übrigen Favoriten abgesetzt. Für Wellbrock ist es nach zwei Silber- und einer Bronzemedaille der erste EM-Titel im Freiwasser. 2018 hatte er in Glasgow über 1.500 Freistil im Pool gewonnen.
Obwohl Wellbrock nicht in Topform nach Paris gereist war, diktierte der Vierfach-Weltmeister von Singapur von Beginn an die Pace. Runde um Runde führte der 28-Jährige das Feld durch das Seine-Becken, in dem diesmal deutlich weniger Strömung zu erkennen war als noch bei den Olympischen Spielen vor zwei Jahren. Trotzdem suchte der erfahrene Open-Water-Schwimmer immer wieder das etwas ruhigere Wasser an den am Ufer stehenden Ausflugsbooten. Während Wellbrock mit seinen langen Zügen an der Spitze alles im Blick behielt, wechselte Teamkollege Klemet häufiger die Position. Der Silbermedaillengewinner von Paris schwamm sogar zeitweise am Ende der Spitzengruppe, war im Finale dann aber urplötzlich wieder ganz vorn dabei.
Wellbrock kontert Attacke
Am Ende der vorletzten Runde erhöhte der Olympiadritte David Bethlehem plötzlich die Geschwindigkeit und zog an Wellbrock vorbei. Durch die Attacke zog sich das Feld zunächst in die Länge und rund 1.000 Meter vor dem Ziel entstand eine Lücke hinter dem Dritten, Klemet. Obwohl vor allem der Italiener Gregorio Paltrinieri fast verzweifelt versuchte, den Abstand zu verringern, setzten sich die drei an der Spitze Zug um Zug ab. Spätestens nach dem letzten Richtungswechsel war klar, dass Bethlehem, Wellbrock und Klemet dir Medaillen unter sich ausmachen würden.
Etwa 400 Meter vor dem Finish setzte sich Wellbrock neben Bethlehem und die beiden schwammen einige Zeit nebeneinander. Dann zog der Deutsche seinen unwiderstehlichen Endspurt an und brachte den Sieg sicher nach Hause. Dahinter holte Bethlehem Silber vor Klemet, der über Bronze jubeln konnte.
Angeführt von den Italienern Platrinieri und Marcello Guidi kam das große Feld erst 16 Sekunden nach dem Sieger ins Ziel. Der ungarische Olympiasieger Kristof Rasovszky wurde mit fast drei Minuten Rückstand sogar nur 23.
EM 2026 | 10 Kilometer, Männer
4. August 2026 in Paris (Frankreich)| Platz | Name | Zeit |
|---|---|---|
| Gold | Florian Wellbrock (Deutschland) | 1:55:18,39 |
| Silber | David Bethlehem (Ungarn) | + 2,14 |
| Bronze | Oliver Klemet (Deutschland) | + 6,45 |
| 4 | Gregorio Paltrinieri (Italien) | + 16,42 |
| 5 | Marcello Guidi (Italien) | + 18,40 |
| 6 | Hector Parode (Großbritannien) | + 24,92 |
| 7 | Andrea Filadelli (Italien) | + 28,50 |
| 8 | Luca Karl (Österreich) | + 30,37 |
| 9 | Logan Fontaine (Frankreich) | + 30,78 |
| 10 | Marc-Antoine Olivier (Frankreich) | + 33,91 |
Das Rennen der Frauen gewann am Nachmittag die Italienerin Ginevra Taddeucci Gold vor Viktoria Mihalyvari aus Ungarn und Linda Caponi (Italien). Die beiden deutschen Schwimmerinnen, Leonie Märtens und Lea Boy, konnten wegen einer Erkrankung nicht antreten.