Direktor Leistungssport
DSV-Vorstand präsentiert Lutz Buschkow als Interimslösung

Der Deutsche Schwimm-Verband wird die Olympischen Spiele mit der angekündigten internen Lösung als Leistungssortdirektor in Angriff nehmen. Lutz Buschkow übernimmt das Amt kommissarisch.

Der Deutsche Schwimm-Verband hat den vakanten Posten des Leistungssportdirektors interimsmäßig mit Lutz Buschkow besetzt. Der aktuelle Chef-Bundestrainer der deutschen Wasserspringer werde das neugeschaffene “DSV-Projektteam Olympia 2021” anführen und dabei vor allem koordinative und organisatorische Aufgaben übernehmen, teilte der Verband am späten Freitagabend mit. Zudem werde DSV-Präsident Marco Troll bei den Spielen in Tokio als sogenannter Teilmannschaftsleiter fungieren. Eine von den Schwimm-Bundestrainern erhoffte Wiedereinstellung des im Februar freigestellten bisherigen Leistungssportdirektors Thomas Kurschilgen ist damit endgültig vom Tisch. Die Stelle soll neu ausgeschrieben werden.

Sarah Köhler kritisiert Vorgang

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Zuvor hatte der von Präsident Troll angeführte Vorstand diese Lösung am Freitag dem Präsidium präsentiert. Laut der verschickten Pressemitteilung stieß der Buschkow-Vorschlag im Präsidium mit einer Ausnahme auf Zustimmung. Aktivensprecherin Sarah Köhler erklärte, sie habe von der Personalie erst auf der Sitzung erfahren und sei deshalb nicht in der Lage gewesen, ein umfassendes Meinungsbild einzuholen. Die Vize-Weltmeisterin von 2019 wird wie folgt zitiert: “Als mündige Athlet*innen erwarten wir, dass wir in den Entscheidungsprozess einbezogen werden und wollen uns ein Meinungsbild über diese Thematik schaffen”. Eine solch kritische Stimme ist eher ungewöhnlich für eine Pressemitteilung. Ob der Verband die laut Mitteilung angesteuerten “ruhigen Gewässer” tatsächlich erreicht, scheint fraglich.

Troll dankt Groß

Über Buschkow, der von 2008 bis 2016 bereits als Direktor Leistungssport im DSV fungierte, sagte Troll: “Damit halten wir den Bundestrainer*innen den Rücken frei und die Athlet*innen können sich voll auf die Olympischen Spiele sowie weitere Jahreshöhepunkte konzentrieren.” Für seine Bereitschaft, als Interims-Leistungssportdirektor einzuspringen, dankte Troll Michael Groß. “Der Vorstand hat sich jedoch für eine interne kommissarische Lösung entschieden, damit die Stelle flexibel neu besetzt werden kann, um möglichst schnell eine dauerhafte Lösung auf dieser zentralen Position zu installieren.”

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1 Kommentar
  1. Sven Walser

    Diese Personalentscheidung bedeutet vor allem: wir lassen alles beim Alten. Expertise von außen schadet – vor allem, weil Strukturen, von denen man selbst profitiert, hinterfragt werden könnten. Michael Groß ist eine Lichtgestalt im Schwimmsport. Außerdem verfügt er über berufliche Erfahrungen, die ihn im hohen Maße für den Job des Sportdirektors qualifizieren. Diese Personalie wäre ein Geschenk für den DSV gewesen. Sehr stark ist das Statement von Sarah Köhler. Sie ist die richtige Person am richtigen Platz.

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