In Japan hat Andreas Waschburger das nächste Schwimmen der Ocean’s Seven ins Ziel gebracht. Der Saarbrücker musste allerdings einen Umweg schwimmen.

Andreas Waschburger hat die nächste Hürde auf seiner Jagd nach dem Ocean’s-Seven-Weltrekord genommen: In der Tsugaru-Straße in Japan bezwang der 38-jährige Extremschwimmer aus Saarbrücken die fünfte von sieben legendären Meerengen – und das trotz eines enormen Umwegs, kalter Wassertemperaturen und tückischer Strömungen.
Die Ocean’s Seven gelten als das Schwimmer-Pendant zu den „Seven Summits“ der Bergsteiger. Wer alle sieben Meerengen der Welt bezwingt, gehört zu einem äußerst exklusiven Kreis: Bislang haben erst 38 Menschen die sieben Wasserwege geschafft. Doch Waschburger will mehr als „nur“ ankommen – er jagt den Rekord für die schnellste jemals geschwommene Gesamtzeit über alle Etappen. Nach Berechnungen seines Teams liegt er aktuell etwa sechs Stunden unter der bisherigen Bestmarke.
Die Ocean’s Seven von Andreas Waschburger
| Etappe | Datum | Strecke | Länge | Zeit |
|---|---|---|---|---|
| #1 | 08.09.2023 | Ärmelkanal (England–Frankreich) | 34 km | 6:45:25 |
| #2 | 06.10.2024 | Molokai Channel (Hawaii) | 45 km | 9:55:10 |
| #3 | 25.03.2025 | Cookstraße (Neuseeland) | 26 km | 5:13:57 |
| #4 | 06.04.2025 | Straße von Gibraltar (Spanien-Marokko) | 14 km | 2:51:00 |
| #5 | 08.07.2025 | Tsugaru-Straße (Japan) | 20 km | 8:43:21 |
| #6 | 04.08.2025 | Catalina Channel (USA) | 32 km | 7:57:35 |
| #7 | 04.09.2025 | Nordkanal (Nordirland-Schottland) | 34 km | 8:11:12 |
| Gesamt: | 205 km | 49:37:40 |
Waschburger jagt den Gesamtrekord
Nach Streckenrekorden im Ärmelkanal und Molokai-Channel sowie erfolgreichen Querungen der Straße von Gibraltar und der Cookstraße in Neuseeland stand nun die Tsugaru Strait auf dem Plan. Diese verbindet Honshu und Hokkaido und gilt als eine der schwierigsten Passagen. Obwohl die Luftlinie nur rund 20 Kilometer beträgt, machen starke Querströmungen das Schwimmen extrem unberechenbar. Zudem ist die Organisation im fernen Japan eine Herausforderung.
Waschburger und sein Team starteten mitten in der Nacht, bei völliger Dunkelheit. Bei 16 Grad Wassertemperatur kämpfte er mehr als acht Stunden gegen Strömungen, Wind, Wellen und Quallen. Die geplante Route wurde durch starke Strömung völlig verzogen, sodass er statt der Idealstrecke am Ende 45 Kilometer zurücklegte – mehr als doppelt so weit wie die Luftlinie. Seine offizielle Zeit: 8 Stunden, 43 Minuten und 21 Sekunden.
Nächstes Schwimmen schon in vier Wochen
„Ich bin sehr stolz, dass ich das trotz der extremen Bedingungen in einer guten Zeit geschafft habe“, erklärte der Saarländer im Anschluss. Sein Team dokumentierte das Abenteuer live in sozialen Medien, zeigte den Schwimmer bei Sonnenaufgang neben dem Begleitboot, unermüdlich im Rhythmus des Kraulens.
Doch der Weg zum Rekord ist noch nicht zu Ende: Waschburger fehlen nun noch zwei Etappen, um das Projekt zu vollenden. Im Nordkanal zwischen Irland und Schottland wartet noch kälteres Wasser zwischen 13 und 14 Grad. Außerdem steht die 32 Kilometer lange Strecke zwischen Santa Catalina Island und Los Angeles auf dem Plan. Dieses Teilstück in Kalifornien will Waschburger bereits in wenigen Wochen in Angriff nehmen.
