Mittwoch, 22. Mai 2024

Alternativen gesucht | Dann eben Freiwasser?

In Zeiten geschlossener Bäder entdecken viele Schwimmer ihre Umgebung neu. Selbst Athleten, die sonst ausschließlich im Pool ihre Bahnen ziehen, fragen sich jetzt: Können die langsam wärmer werdenden Seen, Flüsse und andere Naturgewässer während der Corona-Pandemie eine Alternative für das Training sein? Lässt sich dort vielleicht die regelmäßig notwendige Dosis Schwimmsport holen?

Wo kann man schwimmen?

Generell spricht nichts dagegen und Sport ist ja auch gesund und stärkt das Immunsystem. Das Schwimmen und Baden in Freigewässern fällt unter den sogenannten Gemeingebrauch und wird rechtlich behandelt wie Laufen oder Radfahren. Gemeingebrauch bedeutet, es darf überall dort geschwommen werden, wo es nicht verboten ist. Unzulässig ist es zum Beispiel fast immer in Naturschutzgebieten, im Fahrwasser des Schiffsverkehrs, im Bereich von Schleusen, in Hafen- und Kaianlagen sowie in Gewässern, die sich in Privatbesitz befinden. Dabei ist zu beachten, dass nicht überall Verbots- und Gefahrenhinweisschilder aufgestellt sind. Außerdem kann es regionale Einschränkungen geben, über die man sich vor einem Schwimmausflug in die Natur informieren sollte.

Wer draußen schwimmt, tut dies auf eigene Gefahr und ist für seine Sicherheit selbst verantwortlich. Schon in normalen Zeiten sollte dieser Aspekt für jeden Sportler oberste Priorität haben. Doch gerade jetzt, wo Rettungskräfte, Krankenhauspersonal, Polizei und Feuerwehr andere Sorgen haben, als leichtsinnige Schwimmer aus dem Wasser zu fischen, liegt die Messlatte noch höher. Jeder sollte sich fragen, ob er wirklich alles getan hat, um das Risikio so gering wie möglich zu halten.

Natürlich müssen die allgemeinen Pandemie-Vorschriften auch beim Schwimmen beachtet werden. Halten Sie also Ihre sozialen Kontakte in Grenzen und bleiben Sie auf Abstand! Außerdem sollte jeder Freiwasserschwimmer die folgenden Tipps beherzigen.

  • Schwimmen Sie nur, wo es sicher ist.
  • Schwimmen Sie nicht allein.
  • Lassen Sie sich vom Land aus beobachten.
  • Tragen Sie eine auffällige Badekappe.
  • Schwimmen Sie in Ufernähe.
  • Nutzen Sie eine Schwimmboje.
  • Achten Sie darauf, nicht zu unterkühlen, oder schwimmen Sie mit Neoprenanzug.
  • Überschätzen Sie Ihr Schwimmvermögen nicht.
  • Achten Sie auf Treibholz, Boote oder Surfer, indem Sie als Kraulschwimmer zu beiden Seiten atmen und hin und wieder auch nach vorn und nach hinten schauen.
  • Speziell während Corona: Testen Sie keine neuen Gewässer, sondern schwimmen Sie nach Möglichkeit dort, wo Sie sich auskennen.

Man braucht sich nichts vormachen. Ein Schwimmtraining wie im Verein mit Tempointervallen, Schnelligkeitsübungen und Technikanteil ist im Freiwasser fast nicht möglich. Es hat seinen Grund, warum sogar Freiwasser-Asse wie Florian Wellbrock, Leonie Beck oder früher Thomas Lurz ausschließlich drinnen trainieren und trainierten. Doch um fit zu bleiben, etwas Schwimm-Feeling zu erleben und hin und wieder die heiß geliebte Schwerelosigkeit im Wasser zu spüren, dazu reicht es allemal aus.

Peter Jacob
Peter Jacob
Mit sechs hieß es für den kleinen Peter schwimmen lernen - falls er mal ins Wasser fällt. Inzwischen ist er groß und schwimmt immer noch jede Woche. Mal mehr, mal weniger, meistens drinnen und manchmal draußen. Und immer mit viel Spaß und Leidenschaft.

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