Nach dem Motto weniger ist mehr, hat Lukas Märtens sein WM-Programm umgestellt. Damit verzichtet der Magdeburger auf eine Medaillenchance.
Deutschlands Schwimmstar Lukas Märtens passt sein Programm für die Weltmeisterschaften in Singapur strategisch an. Der Olympiasieger über 400 m Freistil verzichtet diesmal auf die 200 Meter Freistil und setzt stattdessen auf die 800-Meter-Distanz. Die Entscheidung traf der Olympiasieger gemeinsam mit Bundestrainer Bernd Berkhahn kurz vor WM-Meldeschluss. Märtens streicht damit eine mögliche Medaillenchance.
„Beides, also 200 und 800 Meter, funktioniert einfach nicht nach den 400 Metern innerhalb von drei, vier Tagen“, erklärte der 23-Jährige vom SC Magdeburg. Bei den Olympischen Spielen in Paris war Märtens nach seinem Triumph über 400 Meter Freistil trotz Medaillenambitionen nur Fünfter über 200 Meter geworden. In Singapur will er nun aus diesen Erfahrungen lernen und seine Kräfte gezielter einsetzen.
Freie Bahn für Popovici und Hobson
Die Schwimm-WM beginnt am 11. Juli mit den Wasserball-Wettbewerben, vom 27. Juli geht es bei den Poolschwimmern zur Sache. Märtens ist dabei eine der großen Hoffnungen des deutschen Teams. Sein Programm im Becken beginnt mit den 400 Meter Freistil am 27. Juli. Danach bleibt ihm ein kompletter Ruhetag, bevor er am dritten Wettkampftag im Vorlauf über 800 Meter startet. Gemeldet ist er zudem über 200 Meter Rücken. Hier beginnen die Vorläufe am 31. Juli.
Über 200 Meter kommt es damit nicht zum Duell mit David Popovici und Luke Hobson. Der Rumäne (1:43,64 Minuten) und der US-Amerikaner (1:43,73 Minuten) hatten Märtens (1:44,25 Minuten) in der Weltjahresbestenliste zuletzt überholt. Über 800 Meter rangiert Märtens mit 7:39,10 knapp hinter dem Hannoveraner Sven Schwarz, der mit 7:38,12 Minuten die Spitze markiert.
Maya Werner auch über 800 Meter
Wie der DSV mitteilte, wird sich auch das Wettkampfprogramm von Maya Werner ändern. Nach ihren starken Auftritten bei der U23-EM wird die 20-Jährige in Singapur über 400 und 800 Meter Freistil an den Start gehen. Außerdem ist sie für die 4 x 200 Meter Freistil eingeplant. Julia Mrozinksi hat dagegen ihren WM-Start aus persönlichen Gründen abgesagt.