Starker Abschluss und ein neuer Star | DSV-Stars überzeugen in Paris mit 14 EM-Medaillen

14 Medaillen, zwei Weltklasse-Auftritte von Johannes Liebmann und ein starker Schlusstag: Die deutschen Beckenschwimmer haben bei der EM in Paris überzeugt.

World Aquatics Kraftakt: Lukas Märtens sicherte sich Abschluss Bronze über 400 Meter Freistil.

Die deutschen Beckenschwimmer haben die Europameisterschaften in Paris mit einer beeindruckenden Bilanz beendet. 14 Medaillen stehen nach sieben Wettkampftagen zu Buche: zweimal Gold, sechsmal Silber und sechsmal Bronze. Zum Abschluss legte das DSV-Team am Sonntag noch einmal drei Medaillen nach. Damit fiel die Bilanz deutlich besser aus, als noch vor Beginn der Titelkämpfe zu erwarten war.

Märtens rettet sich zu Bronze

Für den emotionalen Schlusspunkt aus deutscher Sicht sorgte Lukas Märtens. Der Olympiasieger und Weltrekordler über 400 Meter Freistil hatte über seine Paradestrecke im Vorlauf als Achter nur knapp das Finale erreicht. Im Endlauf lag der Magdeburger lange außerhalb der Medaillenränge, ehe er auf der letzten Bahn mit großem Kampf noch einmal aufdrehte. In 3:44,57 Minuten schwamm Märtens zu Bronze – nur sieben Hundertstel vor dem Belgier Lucas Henveaux. Den Titel holte sich Lokalmatador Léon Marchand in 3:43,14 Minuten, Silber ging an den Ungarn Oliver Papai. Oliver Klemet belegte in 3:45,16 Minuten Rang fünf. Für Märtens war es damit die dritte Medaille dieser EM nach Silber mit der Mixed-Staffel über 4 x 200 Meter Freistil und Bronze mit der Männerstaffel über dieselbe Strecke.

„Ich bin trotzdem zufrieden. Das ist jetzt meine dritte Medaille hier, das habe ich vorher auch nicht geschafft, und das ist damit ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte Märtens. „Wer mich kennt, weiß aber auch, dass ich da noch einen Tick mehr herausholen wollte. Für mich gilt es jetzt, neue Dinge zu lernen, um künftig auch mit so einer Atmosphäre wie hier klarzukommen. Jeder in der Halle hier, außer vielleicht meine Eltern, war für Léon Marchand. Das haben wir so noch nicht erlebt. Und damit umzugehen, ist gar nicht so leicht. Daran muss man nun sportpsychologisch arbeiten, damit man das dann in Los Angeles noch mehr ausblenden kann.“

Gose und Werner holen zwei Medaillen

Auch bei den Frauen gab es zum Abschluss noch einmal Grund zum Jubeln. Isabel Gose gewann über 400 Meter Freistil Silber in 4:02,41 Minuten, Maya Werner sicherte sich in persönlicher Bestzeit von 4:03,73 Minuten Bronze. Beide mussten sich erneut nur der Italienerin Simona Quadarella geschlagen geben. Damit endeten die 400, 800 und 1.500 Meter in Paris jeweils mit demselben Podium: Quadarella vor Gose und Werner.

Für Gose war es bereits die dritte Silbermedaille im Becken von Paris. Zuvor war sie über 800 und 1500 Meter jeweils Zweite geworden. Zusammen mit ihren beiden Goldmedaillen im Freiwasser kam die 24-Jährige damit auf fünf Podestplätze bei dieser EM. Eine solche Ausbeute war zuletzt Britta Steffen vor 20 Jahren gelungen. „Fünf Strecken, fünf Medaillen, ich kann mich wirklich nicht beschweren. Trotzdem kratzt es natürlich ein bisschen am Ego“, sagte Gose nach dem dritten Silber hinter Quadarella. „Zweimal ist okay, ein drittes Mal tut echt weh. Die Zeit ist okay, ich glaube, nach dem Pensum war das schon in Ordnung. Ich muss es so hinnehmen.“

Liebmann wird zum EM-Star

Überstrahlt wurde die deutsche EM von einem 19-Jährigen. Johannes Liebmann gewann sowohl über 800 als auch über 1.500 Meter Freistil Gold. Über 800 Meter verbesserte er seinen eigenen Europarekord, über 1.500 Meter setzte er in 14:26,79 Minuten sogar einen Weltrekord. Die lange Distanz elektrisierte die Zuschauer in der Pariser Olympiahalle, die ihn fast so laut anfeuerten wie ihren Nationalhelden Léon Marchand.

Die 14 Medaillen zeigen: Deutschland war in Paris nicht nur auf den langen Freistilstrecken konkurrenzfähig. Gleichzeitig machen die Leistungen Hoffnung für die kommenden Jahre. Besonders Liebmanns Entwicklung eröffnet dem DSV neue Perspektiven. Mit Blick auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles ist die EM damit ein positives Signal.

DSV-Medaillen bei der EM in Paris

MedailleAthlet/inWettbewerb
🥇 GoldJohannes Liebmann800 m Freistil
🥇 GoldJohannes Liebmann1500 m Freistil
🥈 SilberSven Schwarz800 m Freistil
🥈 SilberIsabel Gose800 m Freistil
🥈 SilberIsabel Gose1.500 m Freistil
🥈 SilberIsabel Gose400 m Freistil
🥈 SilberAngelina Köhler100 m Schmetterling
🥈 SilberMixed-Staffel4 x 200 m Freistil
🥉 BronzeMaya Werner800 m Freistil
🥉 BronzeMaya Werner1500 m Freistil
🥉 BronzeMaya Werner400 m Freistil
🥉 BronzeOliver Klemet1500 m Freistil
🥉 BronzeLukas Märtens400 m Freistil
🥉 BronzeMänner-Staffel4 x 200 m Freistil

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Peter Jacob
Mit sechs hieß es für den kleinen Peter schwimmen lernen - falls er mal ins Wasser fällt. Inzwischen ist er groß und schwimmt immer noch jede Woche. Mal mehr, mal weniger, meistens drinnen und manchmal draußen. Und immer mit viel Spaß und Leidenschaft.

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