Donnerstag, 30. Mai 2024

Gold-Rekord | Zwei Talente überragen bei Deutschen Jahrgangsmeisterschaften

Bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften präsentieren sich von Donnerstag bis Sonntag die Schwimmstars von morgen: Linda Roth bei den Mädchen und Jannis Kube bei den Jungs wurden zu Seriensiegern.

Frank Wechsel / spomedis Linda Roth zählt zu Deutschlands größten Schwimmhoffnungen.

Diese Namen sollte man sich merken: Linda Roth und Jannis Kube haben bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin kräftig abgeräumt. Mit neun Goldmedaillen und einmal Silber stellte Roth (Jahrgang 2008) sogar den 18 Jahre alten Medaillenrekord von Theresa Michalak ein, die 2006 auf die gleiche Ausbeute gekommen war. Im Jahrgang 2011 gewann Kube eine Goldmedaille nach der anderen und kam nach vier Wettkampftagen in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark auf beeindruckende acht Meistertitel. Alina Baievych (Jahrgang 2009), die die Meisterschaften vor einem Jahr mit ebenfalls neun Goldmedaillen überragt hatte, absolvierte diesmal wegen Schulterproblemen ein reduziertes Programm. Die Erlangenerin siegte zweimal und holte eine Silbermedaille.

„Ich werde erst mal komplett relaxen“

Ob man Linda Roth eines Tages wie Theresa Michalak bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen sehen wird, wird sich zeigen. Im Juli hat die junge Schwimmerin vom SV Cannstatt erst mal die Jugend-Europameisterschaften in Vilnius (Litauen) als Saisonhöhepunkt im Fokus. In Berlin triumphierte sie über 50, 100, 200 und 400 Meter Freistil (25,74 s / 55,11 s / 1:59,63 min / 4:19,46 min), 50 und 100 Meter Rücken (29,05 s / 1:01,91 min), 50 und 100 Meter Schmetterling (27,32 s / 1:00,09 min) sowie 200 Meter Lagen (2:13,19 min). Zusätzlich holte sie über 200 Meter Rücken in 2:18,23 Minuten Silber hinter Ewa zur Brügge vom SV Halle/Saale (2:14,74 Minuten). Wäre Roth über 400 Meter Lagen nicht wegen eines fehlerhaften Anschlags disqualifiziert worden, wäre für die vielseitige Athletin sogar noch eine elfte Medaille drin gewesen.

Frank Wechsel / spomedis Seriensiegerin Roth schwimmt für den SV Cannstatt.

„Der schönste Titel war auf jeden Fall auf 200 Meter Lagen mit dem Jahrgangsrekord“, wird Roth vom Deutschen Schwimm-Verband zitiert. „Ich bin das aus dem Training heraus geschwommen und hätte nicht gedacht, dass ich eine 2:13 schwimmen kann. Ich bin aber mit allen Titeln sehr zufrieden. Heute Abend fahre ich nach Hause und freue mich, morgen den ganzen Tag freizuhaben, keine Schule, kein Training. Ich werde erst mal komplett relaxen und meinen Körper durchatmen lassen.”  Mit Blick auf Vilnius sagte Nachwuchs-Bundestrainer Carsten Gooßes: „Es stimmt mich froh, dass Linda die Belastungen so gut verkraftet und hier für die JEM schon einmal alles geübt hat.“

Bestes Team kommt aus Leipzig

Frühestens 2027 darf auch Jannis Kube international bei den Junioren starten. Im Jahrgang 2011 war der Seriensieger von den Wasserfreunden Spandau 04 über diese Strecken nicht zu schlagen: 50 und 100 Meter Freistil (25,01 s / 54,23 s), 50, 100 und 200 Meter Schmetterling (26,92 s / 1:00,16 min / 2:18,48 min) sowie 50, 100 und 200 Meter Rücken (27,56 s / 59,91 s / 2:13,21 min). Mit seinen Zeiten über 100 Meter Freistil und 50 Meter Rücken (im Vorlauf: 27,44 s) erzielte er jeweils einen deutschen Jahrgangsrekord.

Weitere Jahrgangsrekorde erzielten in Berlin Vincent Passek (2006/Berliner TSC) über 50 Meter Rücken (25,19 s), Hugo Engelien (2008/SC Magdeburg) über 100 und 200 Meter Brust (1:02,79 min / 2:15,01 min) und Larus Thiel (2009/SG Bayer) über 50 Meter Freistil (23,17 s). Für die punktbeste Leistung aller DJM-Teilnehmer sorgte Johannes Liebmann über 400 Meter Freistil. Für seine 3:51,87 Minuten erhielt der Magdeburger 854 Punkte.

In der Team-Challenge-Wertung gewannen die Schwimmerinnen und Schwimmer der SSG Leipzig mit 49 Medaillen und 549 Punkten vor der SG Essen (434 Punkte) und dem SC Magdeburg (415 Punkte).

Peter Jacob
Peter Jacob
Mit sechs hieß es für den kleinen Peter schwimmen lernen - falls er mal ins Wasser fällt. Inzwischen ist er groß und schwimmt immer noch jede Woche. Mal mehr, mal weniger, meistens drinnen und manchmal draußen. Und immer mit viel Spaß und Leidenschaft.