Sven Schwarz schwimmt über 1.500 Meter Freistil die fünftschnellste Zeit der Vorläufe, verpasst aber das Finale. Weil bereits zwei andere Deutsche schneller waren, greift die Nationenregel.
14:52,16 Minuten – mit dieser starken Zeit beendete Sven Schwarz am Freitagmorgen seinen Vorlauf über 1.500 Meter Freistil bei den Europameisterschaften in Paris. Im Gesamtklassement aller Vorläufe belegte der Hannoveraner damit Rang fünf. Eigentlich eine gute Ausgangslage, um am Freitag im Finale nach einer Medaille zu greifen. Eigentlich. Denn für den Einzug in den Endlauf reichte das Ergebnis trotzdem nicht.
Der Grund ist die bei den Titelkämpfen geltende Nationenregel. Zwar dürfen pro Wettbewerb bis zu vier Athletinnen und Athleten eines Landes antreten, für die nächste Runde qualifizieren sich jedoch maximal zwei. Die Regel soll dafür sorgen, dass Halbfinals und Finals möglichst international besetzt sind. Sie kann allerdings dazu führen, dass auch starke Medaillenkandidaten bereits im Vorlauf ausscheiden.
Dreikampf zwischen Schwarz, Liebmann und Klemet
Genau das passierte Schwarz über 1.500 Meter. Neben ihm gingen Johannes Liebmann aus Magdeburg und der Frankfurter Oliver Klemet für Deutschland an den Start. Klemet legte zunächst 14:48,51 Minuten vor und setzte damit eine Marke, an der seine beiden Teamkollegen im anschließenden Vorlauf gemessen wurden.
Im direkten Duell gingen Liebmann und Schwarz zunächst gemeinsam auf die Jagd nach dem zweiten deutschen Finalplatz. Schwarz ging das Rennen etwas schneller an, doch Liebmann ließ sich nicht abschütteln. Bei 1.100 Metern zog der 19-Jährige schließlich an seinem Teamkollegen vorbei und setzte sich allmählich ab.
Schwarz kämpfte bis zum Anschlag und legte auf den letzten 50 Metern noch einen starken Endspurt hin. In 27,50 Sekunden war er auf dem Schlussabschnitt deutlich schneller als Liebmann, der 29,35 Sekunden benötigte. Am Ausgang des Rennens änderte das jedoch nichts mehr: Liebmann schlug nach 14:50,83 Minuten an und sicherte sich damit den zweiten deutschen Finalplatz.
Für Schwarz bleibt damit trotz der fünftschnellsten Vorlaufzeit nur die Zuschauerrolle. Aus deutscher Sicht hat die Nationenregel allerdings auch eine positive Seite: Mit Klemet und Liebmann gehen im Finale weiterhin zwei starke deutsche Athleten an den Start.