Der zweimalige 25-Kilometer-Weltmeister Axel Reymond hat den Ärmelkanal in starken 7:07:08 Stunden durchschwommen und damit einen französischen Rekord aufgestellt. An die Weltbestzeit von Andreas Waschburger kam der Franzose aber nicht heran.
Der Ärmelkanal ist das große Ziel vieler Freiwasserschwimmer. Doch nur selten stellen sich aktuelle oder ehemalige Weltklasseathleten dieser Herausforderung – und greifen dabei den Rekord an. Axel Reymond aus Frankreich ist einer dieser Schwimmer, denen man sofort eine absolute Topzeit zutrauen konnte. Der 32-Jährige ist zweimaliger Welt- und dreimaliger Europameister über 25 Kilometer und hält mit 5.859 Metern den französischen Rekord im Stundenschwimmen. Er hat das Tempo und die Erfahrung für extreme Belastungen und befindet sich dazu im besten Alter für lange Ausdauerleistungen.
Am 23. August nahm Reymond den Rekord von Andreas Waschburger ins Visier. Für die legendäre Strecke von England nach Frankreich benötigte er schließlich 7:07:08 Stunden. Damit gelang dem Franzosen nicht nur ein Topresultat und ein neuer Landesrekord, sondern auch die sechstschnellste Zeit der Geschichte. Den Weltrekord des Deutschen verfehlte Reymond allerdings um 21:43 Minuten.
Ärmelkanal | Top 6 (Männer)
Quelle: LongSwims Database| Rang | Name | Zeit | Jahr | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Andreas Wascburger (Deutschland) | 6:45:25 | 2023 | |
| 2 | Trent Grimsey (Australien) | 6:55:00 | 2012 | |
| 3 | Petar Stoychev (Bulgarien) | 6:57:50 | 2007 | |
| 4 | Christof Wandratsch (Deutschland) | 7:03:52 | 2005 | |
| 5 | Juri Kudinov (Russland) | 7:05:42 | 2007 | |
| 6 | Axel Reymond (Frankreich) | 7:07:08 | 2026 |
Dass es zeitweise eng werden könnte, hatte auch Waschburger verfolgt. Der Weltrekordhalter gratulierte seinem langjährigen Rivalen anschließend: „Herzlichen Glückwunsch, mein Freund. Unsere jahrelange Rivalität war immer fair und hat sich über die Jahre zu einer sportlichen Freundschaft entwickelt. Ich gebe zu: Du hast uns heute nervös werden lassen, weil du so verdammt schnell unterwegs warst. Ich habe sehr genau auf die Uhr geschaut. Du kannst unglaublich stolz auf das sein, was du heute erreicht hast.“
Waschburger hatte die legendäre Passage am 8. September 2023 in 6:45:25 Stunden bewältigt und damit den damaligen Rekord des Australiers Trent Grimsey um fast zehn Minuten verbessert. Drei Jahre später ist diese Marke noch immer unangetastet. Sowohl die Channel Swimming & Piloting Federation als auch die Channel Swimming Association führen den Deutschen weiterhin als schnellsten Schwimmer der Geschichte über den Ärmelkanal. Der viertschnellste Kanalschwimmer der Geschichte, Christof Wandratsch, gratulierte Raymond auf Instagram zu einem „exzellenten Schwimmen“.
Nicht der erste Versuch
Dabei war Reymond keineswegs mit dem bloßen Ziel einer erfolgreichen Überquerung angetreten. „Das ist etwas, was ich schon immer machen wollte“, sagte er bereits 2025 über sein Projekt. Schon als 13- oder 14-Jähriger habe er mit seiner Trainerin über eine Ärmelkanal-Durchquerung gesprochen. Nach seinen Erfolgen über 25 Kilometer sei das Vorhaben über Jahre gereift. Zweimal musste Reymond seine Rekordjagd zuvor wegen ungünstiger Wetterbedingungen verschieben.
Diesmal passten die Bedingungen – und Reymond lieferte eine außergewöhnliche Leistung ab. Mit einem rechnerischen Schnitt von rund 1:15 Minuten pro 100 Meter stellte der 32-Jährige einen neuen französischen Rekord auf. „Ohne Zweifel träumte er von mehr“, schrieb L’Équipe mit Blick auf Waschburgers Weltrekord. Nach einer der schnellsten Ärmelkanal-Durchquerungen der Geschichte konnte Reymond trotzdem zufrieden sein. Nur die ganz große Bestzeit blieb weiter in deutscher Hand.