Die Rennen am Freitag konnten stattfinden, doch die Diskussion um die Wasserqualität ist damit nicht beendet. Kurz vor den Knockout-Sprints sorgten Ölspuren in der Seine erneut für Unruhe.
Sportlich lieferten die Freiwasserschwimmer am Freitag bei den Europameisterschaften in Paris erneut packende Rennen. Abseits des Medaillenkampfs sorgte jedoch einmal mehr die Seine für Gesprächsstoff. Nur wenige Stunden vor den Knockout-Sprints stand sogar kurzzeitig infrage, ob die Wettbewerbe überhaupt ausgetragen werden könnten.
Training wird abgesagt
Auslöser waren Spuren von Kohlenwasserstoffen, die am Donnerstag im Wasser entdeckt worden waren. Daraufhin sagte der europäische Schwimmverband European Aquatics sämtliche Trainingseinheiten im Freiwasser sowie die Einheiten der Klippenspringer ab. Die Substanzen bilden einen Film auf der Wasseroberfläche und können unter anderem durch Schifffahrt oder Kraftstoffeinträge entstehen.
Nach zusätzlichen Untersuchungen gaben die Organisatoren jedoch Entwarnung. Die gemessenen Werte lagen unter den zulässigen Grenzwerten, zudem wurde am frühen Freitagmorgen eine abschließende Sichtkontrolle durchgeführt. Erst danach fiel endgültig die Entscheidung, die Wettbewerbe wie geplant auszutragen.
Sensibles Thema
Der Vorfall zeigt jedoch, wie sensibel Wettkämpfe in offenen Gewässern inzwischen organisiert werden müssen. Anders als im Becken können Wetter, Schiffsverkehr oder kurzfristige Verunreinigungen den Ablauf jederzeit beeinflussen.
Die erneute Debatte weckt Erinnerungen an die Olympischen Spiele 2024. Damals stand die Seine wegen erhöhter Keimbelastungen wochenlang in der Kritik, Trainings mussten verschoben werden und mehrere Athletinnen und Athleten berichteten nach ihren Rennen über gesundheitliche Beschwerden. Zwar finden die EM-Wettbewerbe in einem anderen Abschnitt des Flusses statt, doch die Wasserqualität bleibt ein sensibles Thema.