Die Kurzbahn-EM 2027 sollte für die Schweizer Schwimmer zum Heimspiel werden. Doch den Organisatoren fehlen noch rund zwei Millionen Franken. Jetzt läuft die Zeit davon.

Für Noè Ponti und Roman Mityukov sollte die Heim-EM 2027 zum großen Auftritt vor Schweizer Publikum werden. Doch ob die beiden Olympiamedaillengewinner tatsächlich in Basel an den Start gehen können, ist derzeit offen. Rund zwei Millionen Franken fehlen noch im Budget für die Kurzbahn-Europameisterschaften und die anschließende Masters-EM.
Das Gesamtbudget für beide Veranstaltungen liegt bei 7,8 Millionen Franken. Und die Zeit für den Schweizer Schwimmverband Swiss Aquatics drängt. „Aktuell bräuchten wir eine Zusage von rund 1,2 Millionen bis Ende diesen Monats“, wird Verbandspräsident Ewen Cameron vom Schweizer Rundfunk SRF zitiert. Zuerst hatte die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet.
Neue Vermarktungsstrategie
Organisatorisch ist die Veranstaltung bereits weit vorbereitet. Gleichzeitig gestaltet sich die Suche nach weiteren Geldgebern schwieriger als erwartet. Cameron sieht einen Grund darin, dass Schwimmen für viele Unternehmen als Randsportart gilt oder nicht zur jeweiligen Zielgruppe passe. Deshalb wollen die Organisatoren die EM nicht mehr ausschließlich als Sportveranstaltung vermarkten.
Stattdessen sollen Themen wie Schwimmausbildung, Gesundheitsförderung und Ertrinkungsprävention stärker in den Mittelpunkt rücken. „Aus diesem Grund versuchen wir jetzt aufzuzeigen, dass Schwimmen eine gesellschaftliche Funktion hat“, erklärt Cameron.
Eine kleinere EM als Sparmodell ist offenbar keine Lösung. Kosten für die St. Jakobshalle und die temporäre Infrastruktur fallen unabhängig von der Größe des Teilnehmerfeldes an. Zudem hat Swiss Aquatics bereits eigenes Geld in die Vorbereitung investiert. Bei einer Absage droht dieses Geld verloren zu sein.
Sollte die Finanzierung nicht zustande kommen, würden die Austragungsrechte an den europäischen Schwimmverband zurückfallen. Die EM müsste anschließend neu vergeben werden. Für die Schweizer Schwimmer wäre das besonders bitter: Mit Ponti und Mityukov verfügt das Gastgeberland über zwei internationale Aushängeschilder. Noch bleiben den Organisatoren allerdings einige Tage, um die entscheidende Finanzierungslücke zu schließen.
