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Neustart mit hohen Erwartungen | Dirk Lange übernimmt als Chefcoach in Frankfurt

Peter Jacob Dirk Lange hält 2014 auf der FINA Aquatics Convention in Doha einen Vortrag.

Nach zahlreichen Engagements im Ausland ist Schwimmtrainer Dirk Lange zurück in Deutschland: Der ehemalige DSV-Bundestrainer ist seit einigen Tagen neuer Headcoach der SG Frankfurt. “Ich habe schon vor einem Jahr entschieden, meine Erfahrung wieder in den deutschen Schwimmsport zu geben”, sagte Lange der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die FAZ berichtete gestern über Langes Neustart in der Mainmetropole. Demnach muss der 58-Jährige sich nicht wie zuletzt in Graz um den Nachwuchs kümmern, sondern kann sich auf etwa 20 Topathleten fokussieren. In Frankfurt trainieren unter anderem die Olympiateilnehmer Marco Koch und Lucas Matzerath sowie der deutsche 400-Meter-Lagen-Meister Danny Schmidt. Aus Graz soll Lange die Österreicherin Caroline Pilhatsch, den Algerier Oussama Sahnoune und die Ungarin Liliána Szilágyi mitbringen. Die bei Wettkämpfen für die SG Frankfurt startende Sarah Köhler trainiert seit Jahren in Magdeburg, die Frankfurterin Anna Elendt zieht ihre Bahnen derzeit in den USA.

Zahlreiche Athleten führte Lange schon zu Weltmeistertiteln und Olympiamedaillen. Sein größter Erfolg als Trainer war der Olympiasieg von Cameron van der Burgh 2012 über 100 Meter Brust mit neuem Weltrekord. In Deutschland hatte er einst Sandra Völker mit innovativen Trainingsmethoden in die Weltspitze geführt. In der Hansestadt trainierte er auch die Sprinter Theresa Alshammar und Mark Foster. Nach seiner Zeit als Bundestrainer (2008 bis 2011) war Lange kurze Zeit in Mexiko aktiv, ehe er nach Österreich wechselte. Mit seinem DLP-Project 2016 beriet er zeitweise die Nationalteams aus Kroatien und China.

Ein Fachmann, der aneckt

Langes schwimmerisches Fachwissen ist unbestritten, persönlich eckte er in der Vergangenheit immer wieder an. Der Coach polarisiert und kann unbequem sein – nicht alle seine Einsätze endeten im gegenseitigen Wohlwollen. Von Vorgaben wie Rahmenplänen halte er wenig, ließ Lange die FAZ-Reporterin wissen. “Ich will hier in Frankfurt nur meine eigenen Ideen umsetzen”, sagt er, und: “Ich will das aufbauen, was wir einst mit der SG Hamburg hatten.” Zu seinem Konzept gehören eine starke gymnastische Ausbildung, intensives Krafttraining und sehr viel Individualität in der Betreuung. “Ein Trainer muss spüren, wie sein Athlet drauf ist, wenn er reinkommt.”

Auch zum deutschen Schwimmsport äußert sich Lange. Er sehe Defizite vor allem im Schnelligkeitsbereich und in der Geschwindigkeitsflexibilität. Auch Langstreckenschwimmer müssten im Training immer wieder in den “roten, unangenehmen Bereich” geführt werden, damit sie im Rennen besser auf die Taktiken der Gegner reagieren könnten, erklärte er gegenüber der FAZ. Allgemein werde ihm in Deutschland häufig zu stark auf die Kilometerzahl geachtet, dabei habe “noch keiner eine Medaille gewonnen, weil er ein paar Meter mehr geschwommen ist”. Als Kritik an seinen deutschen Kollegen will Lange seine Äußerungen explizit nicht verstanden wissen.

Peter Jacob
Peter Jacob
Mit sechs hieß es für den kleinen Peter schwimmen lernen - falls er mal ins Wasser fällt. Inzwischen ist er groß und schwimmt immer noch jede Woche. Mal mehr, mal weniger, meistens drinnen und manchmal draußen. Und immer mit viel Spaß und Leidenschaft.

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