Berlin rudert zurück: Nach öffentlichem Druck kommt die beliebte 20er-Sommerkarte für die Hauptstadt-Bäder wieder – zum Preis von 80 Euro.
Die Berliner Bäder-Betriebe kippen ihre Linie und bringen die beliebte 20er-Sommerkarte zurück. Auslöser waren anhaltende Proteste von Stammgästen, Familien, Schwimmvereinen und Bezirksvertreterinnen, die den Wegfall der günstigen Mehrfachkarten als unsozial und realitätsfern kritisierten. Berlins Sportsenatorin Iris Spranger berichtete RBB24 von unzähligen Mails, die sie zu dem Thema erhalten habe. Tenor: „Frau Spranger, bitte, wir wollen diese Sommer-Mehrfachkarte wieder haben!“. Die Politikerin habe sich daher zum Umdenken entschieden. „Wenn wir so einen heftigen Widerstand kriegen, dann sollte man so was auch wieder einführen.“
Berlin lenkt ein: 20er-Sommerkarte kehrt zurück
80 Euro für 20 Eintritte, das kostete die Karte im vergangenen Sommer. Im Vorverkauf war sie sogar für 60 Euro zu haben. Das 60-Euro-Angebot fällt zwar jetzt weg, aber rechnerisch sind 4 Euro pro Schwimmbadbesuch immer noch ein vergleichsweise günstiges Angebot. Zumal das Ticket für alle Berliner Sommerbäder gilt. 2025 wurden etwa 20.000 Sommertickets verkauft. Die ersten Sommerbäder öffnen in der Regel Mitte Mai.
Eigentlich wollten die Berliner Bäder-Betriebe dieses Jahr komplett auf ein Abo-Modell umstellen. Dieses umfasst mehrere Stufen, etwa das Flex-Modell für 38 Euro im Monat. Damit kann eine Person jeden Tag in einem beliebigen Bad schwimmen gehen. Bei dreimonatiger Mindestlaufzeit kommen so 114 Euro zusammen. Allerdings ist das Abo personengebunden und nicht übertragbar wie die beliebte Sommerkarte.
Als „zu undurchsichtig“ kritisierte Claudia Engelmann das Abo im RBB. Die Linken-Politikerin sagte zudem: „Jedes Jahr neue Bädertarife mit einem neuen System, und das auch nur noch im Internet abgebildet.“ Zumindest diesen Sommer wird es beides geben, das Abo-Modell und die 80-Euro-Sommerkarte.