27 Medaillen, elf Podestplätze von 22 Athletinnen und Athleten und starke Debüts: Deutschlands Para-Schwimmteam beendet die EM in Kocaeli mit Rückenwind für die kommenden Großereignisse.

„Das war bombastisch.“ Bundestrainerin Ute Schinkitz fand nach den Para-Schwimm-Europameisterschaften in Kocaeli deutliche Worte für den Auftritt ihres Teams. Mit 27 Medaillen kehrt die deutsche Mannschaft aus der Türkei zurück und übertraf damit die Ausbeute der vergangenen EM vor zwei Jahren deutlich. Damals waren es 16 Medaillen.
Neunmal Gold, siebenmal Silber und elfmal Bronze stehen diesmal in der Bilanz. Besonders bemerkenswert ist die sportliche Breite der Mannschaft. Elf der 22 deutschen Starterinnen und Starter schafften den Sprung aufs Podium. Für Schinkitz war deshalb nicht nur die Medaillenzahl entscheidend. „Mein persönliches Highlight dieser EM war das gesamte Team“, sagte die Bundestrainerin.
Verena Schott bejubelt sechsmal Edelmetall
Für die stärkste deutsche Ausbeute sorgte Verena Schott. Die 37-Jährige gewann bei sechs Starts sechsmal Edelmetall, darunter zweimal Gold. Tanja Scholz kam auf fünf Medaillen und setzte mit drei Titeln sowie zwei Weltrekorden ebenfalls starke Akzente. Auch Gina Böttcher überzeugte mit vier Podestplätzen. Am letzten Wettkampftag holte die Berlinerin über 200 Meter Freistil noch einmal Bronze.
Ebenfalls erfolgreich verlief die EM für Josia Topf. Der 23-Jährige gewann fünf Medaillen und feierte über 50 Meter Freistil seinen ersten internationalen Titel. Über 200 Meter Freistil sicherte er sich am Schlusstag zudem Bronze.
Elena Semechin kehrte knapp ein Jahr nach der Geburt ihres Sohnes mit Gold über 100 Meter Brust und Bronze über 50 Meter Freistil auf die internationale Bühne zurück. Die 100 Meter Brust hätten gezeigt, „dass ich manche Dinge wieder neu lernen muss“, schrieb die Paralympicssiegerin auf Instagram. „Zum Beispiel mir mein Rennen taktisch richtig einzuteilen und die Kraft besser zu verteilen. Die Kraul-Medaille feiere sie besonders. „Das war so ein knappes Rennen. Das freut mich besonders, weil ich dafür in den letzten Monaten sehr viel Arbeit investiert habe.“
Der Nachwuchs zeigt sich auf internationaler Bühne
Besonders wichtig ist Schinkitz der Blick auf die nächste Generation. Die Debütanten Florian Reiter, Bálint Köszegváry und die erst 13-jährige Nisanur Kocabas holten allesamt Edelmetall. „Es ist unser Ziel, den Nachwuchs an die europäische Spitze heranzuführen“, erklärte die Bundestrainerin.
Mit acht vierten, neun fünften und acht sechsten Plätzen unterstreicht das deutsche Team seine Breite. „Wir haben gezeigt, dass wir trotz mehrerer Herausforderungen sehr, sehr gut gearbeitet haben“, bilanzierte Schinkitz. Der Blick richtet sich nun bereits auf die Weltmeisterschaften 2027 und die Paralympics 2028 in Los Angeles.
