Vor verschlossenen Türen
2.500 Bademeister fehlen in Deutschland

Mehr als 2.500 ausgebildete Schwimmmeister fehlen in den deutschen Schwimmbädern. Ein Grund, weshalb Schwimmer möglicherweise vor verschlossenen Türen stehen könnten.

(c) Diverroy | Dreamstime.com

Sommer, Sonne, Sonnenschein – ab ins Freibad. Das könnte dieses Jahr zum Problem werden. Immer mehr Badbetreiber klagen über fehlendes Personal und damit auch die Möglichkeit, ihre Freibäder zu öffnen. In einigen Kommunen und Städten bleiben die Freibäder deswegen bisher geschlossen, zum Beispiel in Ohlstadt in Bayern. Zwei Hallenbäder in München müssen wegen Personalmangel zeitweise schließen. In Nordrhein-Westfalen sieht es nicht besser aus: “Weil die Personalsituation weiter angespannt ist, sollen leicht verkürzte Öffnungszeiten es ermöglichen, alle sieben Freibäder in Betrieb zu nehmen”, schreiben die Bielefelder Bäder auf Facebook. Neben ausgebildetem Fachpersonal fehlen in den Bädern auch eine Menge Rettungsschwimmer.

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Mindestens 5.000 Arbeitskräfte fehlen

“Arbeiten, wo andere Urlaub machen”, so wird der Job im Freibad oft beworben. Damit einher gehen aber auch oft Arbeitszeiten, zu denen andere Leute Urlaub, oder zumindest frei haben. Das könnte ein Grund sein, weshalb Stellen im Freibad immer häufiger unbesetzt bleiben. Doch das Problem besteht nicht erst seit diesem Jahr. Schon vor mehr als fünf Jahren bemängelte der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister, dass ausgebildete Fachkräfte fehlen. Mindestens 2.500 Fachangestellte für Bäderbetriebe, wie der Beruf offiziell heißt, fehlen deutschlandweit, außerdem genauso viele Rettungsschwimmer, die als Aushilfen in den Schwimmbädern benötigt werden.

Der Rettungsschwimmermangel zeigt sich auch in Hamburg. “Wir laden inzwischen nahezu jeden zum Vorschwimmen ein, der sich bei uns bewirbt”, sagt Bäderland-Pressesprecher Michael Dietel im Spiegel. Dabei gebe es auch Kandidaten, die selbst aus dem Wasser gerettet werden müssen, auch Sprachbarrieren stellen ein Problem dar. Deswegen gebe es eigene Sprachkurse für schwimmerisch fitte Interessenten. Um das Problem langfristig zu lösen, muss der Job wieder interessanter gemacht werden. Viele Menschen denken, Bademeister stünden nur am Beckenrand. Dabei ist das Tätigkeitsfeld deutlich größer und vielfältiger. Neben der Aufsicht über die Badegäste gehören auch technische Aufgaben oder der Kundenkontakt dazu.

Mehr zum Thema Bademeister lest ihr in der aktuellen Ausgabe der SWIM.

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