Die dreifache Weltmeisterin Leonie Beck kehrt nicht mehr in den Leistungssport zurück. Mit 29 Jahren beendet eine der erfolgreichsten deutschen Freiwasserschwimmerinnen ihre Karriere.
Leonie Becks Wettkampfpause wird zum endgültigen Karriereende. „Ich werde nicht mehr in den Leistungssport zurückkehren“, sagte die 29-Jährige in der BR-Sendung „Blickpunkt Sport“. Ihr letztes offizielles Rennen liegt bereits fast zwei Jahre zurück: Im Oktober 2024 hatte die Freiwasserschwimmerin kurz nach den Olympischen Spielen zuletzt an einem Wettkampf teilgenommen. Kurz zuvor traf SWIM.DE Beck bei einem Umweltprojekt in der Elbe. Nun ist klar, dass es dabei bleibt.
Dabei war die Pause zunächst bewusst als Zeit zum Nachdenken geplant. Schon vor den Olympischen Spielen 2024 in Paris, auf die sie sich in Italien vorbereitete, habe sie gewusst, dass sie danach Abstand vom Wettkampfsport brauche, erklärte Beck. Sie wollte sich andere Projekte anschauen und sich mit der Frage beschäftigen, wie ihr Leben nach dem Leistungssport aussehen könnte. Offenbar hat sie ihre Antwort gefunden. „Mir geht’s so gut. Mir macht so viel Spaß, was ich jetzt mache“, sagte Beck. Sie sei inzwischen bei zahlreichen Veranstaltungen unterwegs und auch in die Medienwelt eingestiegen. Bei der gerade beendeten Schwimm-EM kommentierte Beck in der englischen Live-Übertragung von Eurovision Sport.
Dreimal WM-Gold
Mit ihrem Rücktritt endet eine außergewöhnlich erfolgreiche Karriere. Nach den Olympischen Spielen 2016 und Platz 25 über 800 Meter Freistil hatte die damals 19-Jährige ihre sportliche Laufbahn neu ausgerichtet und den Schwerpunkt vom Becken ins Freiwasser verlegt. Der Wechsel sollte sich auszahlen. 2022 gewann Beck bei der WM in Budapest Gold mit der deutschen 4×1,5-Kilometer-Staffel. Ein Jahr später folgte ihr größter Triumph: Bei den Weltmeisterschaften in Fukuoka holte Beck sowohl über fünf als auch über zehn Kilometer die Goldmedaille.
Dazu kommen drei Europameistertitel. 2022 triumphierte sie in Rom über zehn Kilometer, 2024 gewann sie in Belgrad die Rennen über fünf und zehn Kilometer. Eine olympische Medaille blieb der dreimaligen Weltmeisterin zwar verwehrt, in Tokio wurde sie 2021 Fünfte und in Paris 2024 Neunte. Ihre Bedeutung für das deutsche Freiwasserschwimmen schmälert das jedoch nicht.
Nun verabschiedet sich Leonie Beck aus dem Leistungssport – nicht aus dem Schwimmsport. Wie ihre nächsten Projekte genau aussehen, bleibt abzuwarten. Dass ihr Leben nach der Karriere längst begonnen hat, daran lässt die 29-Jährige aber keinen Zweifel.