Warum die Uhr Ihr bester Trainingspartner ist

Erholungszeiten zwischen Intervallen werden beim Schwimmen häufig in Pausenangaben formuliert, beispielsweise 30 Sekunden. Dies soll die die Übertragbarkeit auf Sportler aller Leistungsniveaus ermöglichen und ist notwendig, um Trainingssysteme zu standardisieren. Doch irgendwie steckt dahinter immer auch ein fauler Kompromiss.

| 8. Mai 2014 | TRAINING

Uhr | Uhr Schwimmbad

Uhr Schwimmbad

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Warum die Uhr Ihr bester Trainingspartner ist

Bringen Sie mehr Effizienz und Qualität in Ihr Training, indem Sie mit dem besten Trainingspartner schwimmen, den es gibt: die Uhr!

Der beste Trainingspartner? Verstehen Sie das bitte nicht als Aufruf, auf Ihre lieb gewonnenen Trainingskameraden zukünftig zu verzichten. Ganz im Gegenteil: Das Training in der Gruppe entfaltet Motivation und Freude. Nein, es geht hier vielmehr darum, das eigene Training noch interessanter, attraktiver und auch objektiver zu strukturieren. Und dafür könnte die Trainingsuhr genau der richtige Partner für Sie sein.

Lüning | Holger Lüning

Holger Lüning

Pausenzeit oder Abgangszeit?

Nimmt man ein Beispiel einer Serie von 8 x 100 Meter gleichmäßig im GA1-Bereich mit einer Pausenzeit von 30 Sekunden zur Hand, wird das deutlich. Angenommen, Sie schwimmen dabei den ersten 100er in 1:35 Minuten, halten 30 Sekunden Pause ein, schwimmen den zweiten 100er in 1:39 Minuten, halten Ihre Pause wiederum exakt ein, schwimmen den dritten in 1:43 Minuten, pendeln sich danach in etwa in diesem Tempobereich ein, so sähe das so aus:

Intervallserie mit fester Pause (30 s)

Intervall

Strecke

Zeit

Pause

I

100 m

1:35 min

30 s

II

100 m

1:38 min

30 s

III

100 m

1:43 min

30 s

IV

100 m

1:43 min

30 s

V

100 m

1:43 min

30 s

VI

100 m

1:43 min

30 s

VII

100 m

1:43 min

30 s

VIII

100 m

1:43 min

30 s

Swipe me

So könnte man nun zunächst sagen, dass die Belastung durch die Pausenzeiten reguliert und auch bestens eingehalten wurde. Aufgabe erfüllt? Sieht man sich aber die Zeiten an, so erkennt man zwei Dinge. Die ersten beiden Intervalle wurden wahrscheinlich in einem zu hohen Tempo angegangen und die Grundlagenausdauer ist noch nicht in dem Maße vorhanden, dass Sie acht 100er-Intervalle gleichmäßig schwimmen können. Zwei Lernprozesse, die Aufgabe eigentlich nicht erfüllt, aber kein klares Feedback erhalten. Dabei könnte die Pausenzeit durchaus ein aktives Steuerungsinstrument für Sie sein. Und so geht´s.

Anreiz und klares Feedback

Nehmen Sie sich die Uhr zukünftig als Trainingspartner, so sollten Sie von den festen Pausenzeiten abgehen und zu festen Abgangszeiten übergehen. Dann nämlich erhielten Sie ein klares Leistungsfeedback. Denn eigentlich besteht für den Sportler kaum ein Anreiz, seine Intervallzeiten zu betrachten, wenn die Pause doch immer gleich lang ist. Wechseln Sie in diesem Beispiel hingegen zu einer festen Abgangszeit von 2:10 Minuten, also jeweils mit Start nach 2 Minuten und 10 Sekunden, so verändert sich die Pause in dem Maße, wie Ihre Leistung schwankt. Die genannte Serie sähe dann wie folgt aus:

Serie mit Abgangszeit 2:10 min

Intervall

Strecke

Zeit

Pause

I

100 m

1:35 min

35 s

II

100 m

1:38 min

31 s

III

100 m

1:43 min

27 s

IV

100 m

1:43 min

27 s

V

100 m

1:43 min

27 s

VI

100 m

1:43 min

27 s

VII

100 m

1:43 min

27 s

VIII

100 m

1:43 min

27 s

Swipe me

Spontane Erkenntnis, die Sie auf Grund der sich ändernden Pausenlängen gewinnen könnten? Das nächste Mal lieber gleich etwas defensiver mit einem Tempo um 1:40 Minuten angehen und diese Zeit möglichst acht Mal hintereinander, ohne große Schwankungen, schwimmen. Denn in diesem Fall könnte die kürzer werdende Pause zudem dafür sorgen, dass die Zeiten im weiteren Verlaufe der Serie weiter fallen und Sie damit einen deutlichen Hinweis darauf bekommen, die Serie deutlich zu schnell angeschwommen zu sein.